Lokales

Lindenhaine und erhöhter Wasserdruck

Das Owener Baugebiet "Hinter der Steige Erweiterung 2005" kommt voran: Der Gemeinderat hat jetzt den Bebauungsplan als Satzung beschlossen. Außerdem hat sich das Gremium für die Pflanzung von Lindenhainen am Teckberg als Ausgleichsmaßnahme sowie für eine Druckerhöhungsanlage ausgesprochen, von der die Bewohner am gesamten Südostrand der Teckstadt profitieren können.

ANDREAS VOLZ

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OWEN Gegenüber dem ursprünglichen Entwurf wurden in der aktuellen Bebauungsplanfassung noch die Bezugshöhe der Gebäude im südlichen Teil des Baugebiets noch leicht reduziert. Auf diesen Kompromiss, mit dem sie auf die Anregung von Anwohnern reagierten, hatten sich die Owener Stadträte schnell geeinigt.

Auch bei den Ausgleichsmaßnahmen gab es keinen übermäßigen Diskussionsbedarf, nachdem Albrecht Reuß vom Weilheimer Büro Lamparter die Grundzüge vorgestellt hatte: In Owen sei es generell schwierig, Ausgleichsflächen zu finden. Deshalb kommt es nun zu einer Rückbesinnung auf die "Lindenhaine", die früher einmal den Waldsaum am Teckberg geprägt haben müssen. Als Ausgleich für die neuen Bauplätze Hinter der Steige sollen nun sechs oder sieben solcher Baumgruppen neu entstehen. "Das ist etwas Schönes, was dem Naturschutzgebiet auch etwas bringt", zeigte sich der Planer überzeugt von dieser Idee.

Bürgermeister Siegfried Roser verwies in diesem Zusammenhang noch darauf, dass die Linden eine geeignete Alternative zu Obstbäumen darstellen. Es sei immer schwieriger, Menschen für die Pflege von Streuobstwiesen zu begeistern. Die Kosten für die 82 zu pflanzenden Lindenbäume sollen unter 10 000 Euro liegen. Diese Summe wiederum ist beim Erlös der städtischen Bauplätze mit einzurechnen. Auch anderweitig wird die Ausgleichsmaßnahme exakt mit dem Baugebiet verrechnet, wie der Bürgermeister anmerkte: "Falls wir da zu viel machen sollten, können wir uns das auf unser Ökokonto gutschreiben lassen."

Gutheißen dürften die Anwohner der höher gelegenen Straßen Hinter der Steige, Reben- und Hopfenweg generell die Bemühungen der Stadt Owen, den Wasserdruck in ihrer Wohngegend zu erhöhen. Plastisch schilderte Siegfried Roser das Problem zunächst im lockeren Plauderton: "Wenn in einem heißen Sommer samstags alle die Straße gefegt haben und dann baden wollen, haben sie im ersten Stock fast kein Wasser mehr."

Dr. Bernhard von der Energieversorgung Filstal (EVF) sprach von einem idealen Druck, der zwischen vier und sechs Bar liege. Zehn Meter Höhenunterschied zwischen Wasserbehälter und Wohnhaus bringen in der Regel ein Bar. Weil bei den höher gelegenen Häusern rings um das Gebiet "Hinter der Steige" die Wasserbehälter nur rund 20 Meter höher liegen, betrage der Wasserdruck dort lediglich zwei bis zweieinhalb Bar. Da für die neuen Wohngebäude ohnehin eine Druckerhöhungsanlage notwendig sei, sollen nun gleich die Anwohner der gesamten Problemzone in den Genuss eines ausreichenden Wasserdrucks kommen: "Wir erhöhen den Druck um zwei bis drei Bar, sodass die höher gelegenen Häuser vier Bar haben und die anderen sogar fünf."

Um das zu erreichen, sollen an der Ecke Rebenweg/Im Grund künftig vier Pumpen und ein Ausgleichsbehälter für mehr Druck sorgen. Alles zusammen lasse sich problemlos in einer Fertiggarage einhausen. Mit Lärmbelästigungen sei erfahrungsgemäß nicht zu rechnen, meinte der EVF-Fachmann. Bürgermeister Roser wies noch darauf hin, dass die Pumpen ohnehin nur bei Bedarf laufen würden also eher tagsüber und bei Nacht "kaum bis gar nicht". Sobald der "Baubeginn" feststeht, dauert es nicht mehr allzu lange, bis die Druckerhöhungsanlage ihren Dienst aufnehmen kann. Siegfried Roser rechnet mit vier bis sechs Wochen Bauzeit.

Bis dahin ist aber noch genügend Zeit, um alle Anwohner ausreichend über die neue Anlage zu informieren und gegebenenfalls zu überprüfen, ob die Wasserleitungen noch in Ordnung sind. Schließlich sollte es möglichst keine unliebsamen Überraschungen geben, deren mögliches Auftreten Dr. Bernhard folgendermaßen umschrieben hatte: "Fünf Bar können viel Ärger bringen, wenn man lange Zeit nur zwei gehabt hat."