Lokales

"Links liegen lassen"

Der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen wendet sich gegen Pläne, den Anbau gentechnisch veränderter Lebensmittel voranzutreiben.

KREIS ESSLINGEN Den Plänen des neuen Landwirtschaftsministers Horst Seehofer, den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen zu fördern, erteilen die Grünen im Kreis Esslingen eine klare Absage. "Unsere bäuerliche Landwirtschaft produziert auch ohne Gentechnik Qualität", so Heike Habermann vom bündnisgrünen Kreisvorstand. "Wir sollten nicht schon wieder eine Technologie fördern, die wir nicht beherrschen. Denn: Einmal freigesetzt, sind die genmanipulierten Organismen nicht mehr rückholbar." Die Produktion von Nahrungsmitteln solle in den Händen derer bleiben, die verantwortlich damit umgehen.

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Auch der neueste Lebensmittelskandal um Gammelfleisch mache deutlich, dass meistens dann Probleme auftauchten, wenn die Gier nach dem schnellen Euro mitmische. Lizenziertes Saatgut werde im Set mit dem entsprechenden Herbizid verkauft. Die Bauern verpflichteten sich, ausschließlich das entsprechende Saatgut zu verwenden und zahlten dafür. Wer konventionell oder ökologisch anbaue, habe das Nachsehen: Fänden sich auf seinem Acker beispielsweise durch Pollenflug übertragene genveränderte Pflanzen, dann müssten die Bauern nachweisen, dass sie sie nicht angebaut hätten.

Auch die angedachte Umverteilung der Risiken lehnen die Grünen ab. "Sollen alle beteiligten Wirtschaftszweige, das heißt die Biotechnikunternehmen, die Züchter und die Landwirte inklusive der Biobauern über einen Ausgleichsfonds die Risikoabdeckung der Pharmaindustrie bezahlen, wenn etwas schief läuft?" fragt Heike Habermann. "Für uns gilt immer noch das Verursacherprinzip."

Die Esslinger Kreisgrünen rufen die Verbraucher zu verstärkter Wachsamkeit beim Einkauf auf. "Gesunde Lebensmittel lassen sich nur erhalten, wenn die Käufer gentechnisch veränderte links liegen lassen", betont Heike Habermann.

pm