Lokales

"Lobby für Zuwanderer"

Die Kreistagsfraktion der Republikaner lehnt das "Leitbild für die Interkulturelle Öffnung" des Kreisjugendrings Esslingen (KJR) als "gekennzeichnet von multikulturellen Illusionen, die in der Wirklichkeit gescheitert sind", ab.

KREIS ESSLINGEN Die Republikaner bemängeln, dass in den Leitlinien des Kreisjugendrings die jungen Zuwanderer nicht als mündige Menschen mit eigener Verantwortung für ihr Handeln angesehen würden, sondern fast ausschließlich als strukturell Benachteiligte in einer Art Opferposition. Der KJR spreche nicht die Selbstverantwortlichkeit von jungen Ausländern und die dort oft vorherrschende mangelnde Bereitschaft zur Bildung und Weiterbildung an. Der KJR müsse öffentlich Rechenschaft ablegen, welche Menschenrechte in seinen Jugendeinrichtungen gar nicht oder nur teilweise zu gelten hätten oder seine missverständlichen Leitlinien zurückziehen, fordert die rechtsextreme Fraktion, die im Kreistag mit vier Sitzen vertreten ist.

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Problematisch finden die Republikaner eine "gegenseitige Werteannäherung" sowie eine "kulturelle Veränderung und Anpassung der Aufnahmegesellschaft", wie im KJR-Leitbild beschrieben. Als absurd bezeichnet die Fraktion die Forderung des KJR bei der "identifikatorischen Integration", wo von der deutschen Gesellschaft pauschal das "gefühlsmäßige Einverständnis" erwartet werde, "dass die Zuwanderer dazugehören". Der KJR wolle sich als Lobby für junge Zuwanderer profilieren und auch verstärkt Mitarbeiter aus diesen Kreisen einstellen, wie die REP-Fraktion befürchtet. Sie sieht in den Leitlinien des KJR einen Bruch der Vereinbarung mit dem Landkreis Esslingen, in der kein Hinweis auf die angesprochenen Leitlinien vorhanden ist. Die Fraktion fordert sowohl die Landkreisverwaltung als auch die Standortgemeinden auf, vor Abschluss von Zielvereinbarungen über örtliche Jugendprojekte oder Kooperationen mit Schulen auf eine Revision der Leitlinien zu bestehen.

pm