Lokales

"Locker verdientes Geld"

Mit dem aktuellen Stand der Kanalsanierung befasste sich der Notzinger Gemeinderat während seiner jüngsten Sitzung. Mit dem Haushaltsrest von 150 000 Euro soll die nächste Maßnahme in Angriff genommen werden.

IRIS HÄFNER

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NOTZINGEN Zunächst gab Notzingens Bürgermeister einen Überblick über die "Historie" der Eigenkontrollverordnung. Vor Jahren wurden sämtliche Kanäle in der Bodenbachgemeinde mit einer Kamera durchfahren und danach in unterschiedliche Schadensklassen eingeteilt. Das Landratsamt Esslingen hat nun um eine Stellungnahme zum aktuellen Stand gebeten.

"Wir haben einiges abgearbeitet. Im westlichen Teil des Ortes sind wir fertig", erklärte Jochen Flogaus. Auch im Zuge von Straßensanierungen wurden die Kanäle beispielsweise in der Berg-, Bach- und teilweise in der Wellinger Straße sowie dem Herdfeldbuckel saniert. Doch zwischen Hochdorfer Straße und Müllerweg in Notzingen, aber auch in Wellingen, steht die eine oder andere Reparatur noch aus. Entsprechend dem Sanierungskonzept von 1999, das ursprünglich von Kosten in Höhe von drei Millionen Mark ausgegangen ist, würden noch Arbeiten in Höhe von rund 950 000 Euro anstehen. "Die überarbeitete Umsetzung geht dank des technischen Fortschritts nun von Kosten in Höhe von rund 705 000 Euro aus", konnte Jochen Flogaus dem Gemeinderat berichten. Zudem ist ein Haushaltsrest von rund 150 000 Euro vorhanden, weshalb der Schultes vorschlägt, in diesem Jahr diese Summe in die Ausbesserung der Kanäle zu investieren.

"Das Geld aus den Rücklagen können wir verbraten", meinte Herbert Hiller salopp. Er ist der Auffassung, dass sich mit diesem Betrag einiges abarbeiten lässt. "Dann haben wir wieder ein Weilchen Ruhe", hofft er. Wolfgang Schäfer interessierte in diesem Zusammenhang, wie weit andere Kommunen mit der Umsetzung der Eigenkontrollverordnung sind. "Manche sind ganz fertig, denn 2005 war die zeitliche Abgrenzung", lautete darauf die Antwort von Jochen Flogaus.

"Wir müssen den guten Willen zeigen. Doch diese Angelegenheit zeigt: Hätten wir gleich mit den Arbeiten losgelegt, hätten wir die hohen Sätze bezahlen müssen", sagte Günter Barz. Er freut sich über den Fortschritt durch Wettbewerb, von dem auch die Gemeindekasse profitiert. "Das ist locker verdientes Geld und der Beweis dafür, dass man nicht immer der Erste sein muss", so sein Fazit. Der Schultes dämpfte jedoch die aufkeimende Freude über die günstigeren Konditionen. "Die Eigenkontrollverordnung ist ein Fass ohne Boden. Davon wird in den nächsten 20 bis 30 Jahren jede Kommune betroffen sein", vermutet Jochen Flogaus.

Schnell war allen Räten klar, dass sie keine andere Wahl haben, als die Umsetzung der Eigenkontrollverordnung weiterzuführen. Einstimmig wurde daher das Ingenieurbüro Hettler & Partner beauftragt, die Maßnahmen aufzulisten, sodass baldmöglichst eine Ausschreibung der Sanierungsarbeiten erfolgen kann. Diese sollen noch in diesem Jahr ausgeführt werden.