Lokales

Löcher unterm Feuerwehrdach

Lenninger Gemeinderat beschloss energetische Dachsanierung für das Feuerwehrgerätehaus

Die Gemeinde Lenningen „tauscht“ die Dächer. Statt das alte Schulhaus in Brucken im Zuge des Zukunftsinvestitionsprogramms zu sanieren, erhält das Feuerwehrgerätehaus in Unterlenningen ein neues Dach.

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Iris Häfner

Lenningen. „Das Schuldach ist nicht so marode, dass es sofort saniert werden müsste“, erklärte Bürgermeister Michael Schlecht während der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Dort soll künftig auch das Haus der Musik untergebracht werden, doch das lässt sich wegen der schwierigen Finanzlage so schnell nicht realisieren. „Es wäre nicht besonders intelligent, wenn wir jetzt die Schule sanieren, wohl wissend, dass das Dach des Feuerwehrhauses spätestens in zwei Jahren renoviert werden muss“, so Michael Schlecht weiter.

„Die Schule wird nur sporadisch genutzt, das Feuerwehrhaus dagegen ständig“, nannte Uwe Straub, Leiter des Hochbauamts, einen weiteren Grund. Nicht nur die Hausmeisterwohnung wird im Winter geheizt, sondern auch der Rest auf einer Temperatur zwischen 16 und 18 Grad gehalten. „Das Dach ist so schlampig gemacht, dass man auf der Bühne teilweise rausschauen kann“, stellte er den Arbeitern samt Aufsicht kein gutes Zeugnis aus. Zudem ist es nur zwei Jahre jünger als das 2007 erneuerte Sporthallendach und hat dieselbe Konstruktion, weshalb die Verwaltung ähnliche Schäden befürchtet.

Aufgrund der höheren Dachneigung ist am Feuerwehrhaus auch ein Ziegeldach möglich, das nach ersten Kostenschätzungen rund 190 000 Euro kosten würde. Ein Kalzip-Blechdach wie auf der Sporthalle würde mit etwa 240 000 Euro zu Buche schlagen.

Für diesen Vorschlag der Verwaltung gab es große Zustimmung im Ratsrund. „Das macht mehr Sinn als in Brucken – schon im Blick auf die Beheizung“, urteilte Falk Kazmaier, dem im Falle einer Ziegellösung ein regensicheres Unterdach wichtig ist. Armin Dietz interessierten die Entsorgungskosten. „Erleben wir da auch eine Überraschung oder wurde das geprüft?“, fragte er. Asbest ist drin und die Zusatzkosten in der Kostenschätzung berücksichtigt, so die Antwort von Uwe Straub. Für Karl Boßler dagegen ist Sporthalle und Feuerwehrhaus ein Ensemble, das zusammengehört. „Ziegel sind schwerer. Wie sieht das mit der Statik aus?“, wollte er zudem wissen. „Bei 50 000 Euro Mehrkosten lautet die Frage, ob wir uns Ästhetik leisten können. Wenn Solarzellen draufkommen, ist von dem Dach sowieso nichts mehr zu sehen“, machte Michael Schlecht seine Position klar.

Da die Statik jedoch noch geprüft werden muss, einigte sich der Gemeinderat darauf, diesbezüglich ein Gutachten in Auftrag zu geben. Zudem beschloss das Gremium einstimmig, das Feuerwehrdach zu sanieren.