Lokales

Lust am Lesen führt zur Sammelleidenschaft

Wenn etwas zischt, handelt es sich dabei meistens um eine kurzlebige Angelegenheit. Das "ZiSch"-Projekt des Teckboten dagegen setzt auf Nachhaltigkeit: Bei "Zeitung in der Schule" ist die tägliche Teckbotenausgabe eine Fundgrube für die "Langzeitarbeiten". Schüler sammeln dabei Artikel über ein Thema ihrer Wahl.

ANDREAS VOLZ

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KIRCHHEIM Mit der Siegerehrung für diejenigen "ZiSchler", die die besten Langzeitarbeiten einge-

(O:21070320.JP_reicht hatten, ging jetzt wieder ein "ZiSch"-Projekt zu Ende. Begonnen hatte es Ende September mit der ersten Auslieferung von 18 Klassensätzen des Teckboten an acht Schulen im Verbreitungsgebiet. Bis Weihnachten war die Zeitung fester Bestandteil des Unterrichts.

"ZiSch" fördert die Lesekompetenz, die Teckbotenverleger Ulrich Gottlieb bei der abschließenden Preisverleihung im Manfred-Henninger-Saal der Kirchheimer Kreissparkasse als "wesentliche Voraussetzung allen Lernens" bezeichnete. Das gelte nicht nur für den Deutschunterricht, sondern auch für die Mathematik, die Physik oder die Chemie. "Der Erfolg der vergangenen Projekte zeigt, dass wir einen positiven Beitrag zur Leseförderung leisten", führte Ulrich Gottlieb weiter aus. Deshalb werde das Projekt auch zu Beginn des Schuljahres 2005/2006 wieder angeboten: "Die Förderung der Lesekompetenz ist eine wichtige Aufgabe, bei der wir uns als Tageszeitung einbringen wollen."

Wie sehr sich die Tageszeitung im Unterricht einbringen kann, zeigt das Beispiel der Klasse 8a aus der Weilheimer Grund- und Hauptschule. Die Klasse hat sich durch "ZiSch" so sehr an die Zeitung gewöhnt, dass auch seither Artikel zu bestimmten Themen als Unterrichtsmaterial selbstverständlich sind. Die Artikel dienen als Grundlage für Diskussionen oder für Aufsätze. "Wir bräuchten eigentlich gar keine Schulbücher mehr", stellt die Lehrerin Elisabeth Braun fest.

Sie hat sich wie 17 ihrer Kollegen und wie Hunderte von Schülern beim "ZiSch"-Projekt eingebracht. Das Engagement ging teilweise weit über das hinaus, was der Schulalltag verlangt. "Das zentrale Thema ist, die Lust am Lesen zu wecken", sagte Dietmar Ederle, Regionalbereichsleiter Kirchheim der Kreissparkasse, während der Preisverleihung. "Der Teckbote gehörte zum Alltag an den Schulen. Es hat sich gezeigt, dass er nicht nur für ältere Menschen oder Banker interessant ist, sondern auch für Schülerinnen und Schüler."

Mit selbstständig recherchierten und eigenhändig verfassten Artikeln zu denen auch der "ZiSch"-Wirtschaftspartner Kreissparkasse Themenvorschläge lieferte haben die Schüler im Rahmen des Projekts die Zeitung mitgestaltet. Das gilt auch für die prämierten Langzeitarbeiten, von denen zwei Zusammenfassungen in der heutigen Ausgabe präsentiert werden (Seite ???). Lisa Clauß von der Grund- und Hauptschule Weilheim hat sich mit dem Thema "Naturkatastrophen" befasst und dafür auch Artikel und Informationen über den Tsunami gesammelt, der erst nach dem Ende des eigentlichen Projektzeitraums seinen tödlichen Schrecken verbreitet hatte.

Matthias Götz und Fabian Scorciapino von der Kirchheimer Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule haben gemeinsam Zeitungsberichte gesammelt und ausgewertet, in denen es um legale und illegale Drogen ging, um deren Missbrauch und um die möglichen Konsequenzen des Missbrauchs. Benjamin Bolai schließlich, der dieselbe Klasse der Schöllkopfschule besucht, hat sich für die Berichterstattung über die EU interessiert und eine Fülle von Artikeln zusammengetragen, die die enorme Bandbreite an Themen belegen, um die es in der EU und damit auch in der Zeitung geht: Fischmehl, Einwanderung, Asylfragen, EU-Kommission, Wirtschaftsgesetze, Atompolitik und vieles mehr. Für ihren Fleiß beim Sammeln und Auswerten bekamen die Preisträger neben ihren Urkunden auch ein Preisgeld in Höhe von 50 Euro pro Arbeit.

pm