Lokales

„Magisches touristisches Dreieck“

Der Landkreis Esslingen präsentiert sich auf der CMT an mehreren Ständen gleichzeitig

Wenn eine der weltgrößten Touristikmessen schon direkt vor der Haustür liegt, dann ist es für die Region und den Landkreis Pflicht und Kür zugleich, sich dort ansprechend zu präsentieren. Bei einem Presserundgang zur Eröffnung der CMT stellte Landrat Heinz Eininger die Werbekampagne des Landkreises Esslingen vor.

Andreas Volz

Leinfelden-Echterdingen. Genau wie auf die Region Stuttgart stoßen die Messebesucher auch unweigerlich auf den Landkreis Esslingen – zumindest wenn sie den Eingang Ost wählen: In der „Region Stuttgart Lounge“ präsentiert sich der Kreis dort gemeinsam mit seinen Biosphärengebietsgemeinden. Flugzeugmodelle der Firma Graupner hängen über der Lounge, am Boden brodelt ein „Schwäbischer Vulkan“ in Miniatur vor sich hin und im Inneren gibt es jeden Tag ein abwechslungsreiches Programm. Dabei werden Geschichte, Tourismusziele und regionale Produkte vorgestellt. Gestern stand die Beurener Panorama-Therme im Mittelpunkt. Bis zum Sonntag folgen die Themen „Holz und Marmor aus der Region“, „Schäferei“, „Streuobst“, „Heidengraben“, „Fossilienpräparation“ und „Wein“.

Der Kreis Esslingen konnte seine Übernachtungszahlen im vergangenen Jahr um mehr als 17 Prozent auf rund 800 000 steigern und nehme damit eine Spitzenposition in Baden-Württemberg ein, führte Landrat Eininger zu Beginn der Pressekonferenz aus. Auch wenn diese Steigerung ganz wesentlich auf Leinfelden-Echterdingen und die Fildermesse zurückzuführen ist, rechnen die Tourismus-Experten mit einer weiteren Zunahme der Gästezahlen, wenn das Biosphärengebiet Schwäbische Alb im Mai erwartungsgemäß die Anerkennung der Unesco erhält.

Auf der CMT ist der Landkreis gleich dreifach vertreten. Zum einen eben in der „Region Stuttgart Lounge“ am Eingang Ost und dann noch zweimal in Halle 6 – am Stand des Biosphärengebiets sowie mit acht von 29 Angeboten am Stand der „Regio Marketing“. Ähnlich wie bei der Lounge schwebt auch dort ein Flugzeug über den Messebesuchern – allerdings kein Modell, sondern mit einer „Minimoa“ ein veritabler Segelflug-Oldtimer. Was die Präsentation des Landkreises an diesem Stand anbelangt, sprach Heinz Eininger von einem „magischen touristischen Dreieck“, als dessen Eckpunkte er das Freilichtmuseum Beuren, die Panorama-Therme und die Burgruine Hohenneuffen nannte.

Beurens Bürgermeister Erich Hartmann griff diese Bezeichnung direkt auf und sprach gleich die Kombikarte an, die für das Freilichtmuseum und die Therme gleichermaßen gilt. Schließlich hätten beide Touristenattraktionen einen Einzugsbereich von rund 100 Kilometern. Für diejenigen, die von so weit herkommen, müsse sich die Fahrt eben auch lohnen. Die Kombikarte biete den Touristen entsprechende Synergieeffekte. Zur Vision von „Bad Beuren“ hielt er sich etwas bedeckt. Dazu sei ein Badhotel notwendig, das die Gemeinde aber nicht aus Eigenmitteln finanzieren könne. Die Zeiten, um Investoren zu finden, seien momentan nicht sonderlich günstig. Trotzdem hofft Erich Hartmann auf einen Investor, „der begeistert ist von Beuren und von unserer Lage“.

Zur einmaligen Lage im Landkreis gehört der Albtrauf, der auch für das Biosphärengebiet Schwäbische Alb von großer Bedeutung ist. Zwei gleichlautende Angebote sollen den Albtrauf für Touristen schmackhaft machen: „Wandern und Bahnfahren im Biosphärengebiet“. Das eine Angebot sieht vor, mit der Bahn nach Owen zu fahren und von dort aus auf die Teck zu wandern. Im anderen Fall besteht die Möglichkeit, den Zug nach Neuffen zu nehmen und vom Bahnhof aus den Hohenneuffen zu erklimmen. Für Landrat Eininger ist dies ein wichtiger Bestandteil des „Besucherlenkungsprozesses“, wenn nicht jeder Wanderer mit dem eigenen Auto anreisen muss.

Ein weiteres Thema für das Tourismuskonzept lautet „Gesundheit und Radfahren“. Die Tourismusförderung des Landkreises Esslingen hat dazu neue Broschüren entwickelt, ebenso zum Skilanglauf auf der Alb. Außerdem gibt es ein Faltblatt zu den Jakobswegen in den Kreisen Esslingen und Göppingen sowie einen Jahresveranstaltungskalender für den gesamten Landkreis Esslingen.

In den Broschüren des Biosphärengebiets wird übrigens die Neidlinger Kugelmühle als Besonderheit vorgestellt, ebenso wie die Kirschblüte entlang des Albtraufs. Regionale Produkte, mit denen der Landkreis und das Biosphärengebiet auf einem Handzettel sowie in der „Region Stuttgart Lounge“ mit Kostproben werben, kommen fast ausschließlich aus der Gegend rund um die Teck: Schafswurst aus Owen etwa, Schnittkäse aus Ochsenwang, Bauern- und Kartoffelbrot oder Apfel- und Birnensaft aus Lenningen und natürlich der Neuffener Täleswein, für den die Weilheimer Winzer einen wichtigen Beitrag leisten.

Nur eines bedauerte Landrat Heinz Eininger am Samstag auf dem Messerundgang: dass Kirchheim und Holzmaden nicht zum Biosphärengebiet gehören. „Der Landkreis Esslingen lässt sich ohne Holzmaden touristisch gar nicht darstellen“, meinte er. Aber genau deshalb ist der Kreis Esslingen ja mehrfach auf der CMT vertreten – mit dem Biosphärengebiet und mit diversen Informationsständen unter dem Dach der „Regio Marketing“ und unter den Schwingen der „Minimoa“. Genau dort präsentiert sich auch die Stadt Kirchheim auf der Touristikmesse, die an insgesamt neun Tagen rund 225 000 Besucher in die Hallen der Fildermesse locken soll.

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