Lokales

Main, Wein und der Marienberg

Die Senioren des Schwäbischen Albvereins der Ortsgruppe Kirchheim unternahmen einen Ausflug nach Würzburg mit einer Stadtführung, kamen nach Veitshöchheim und anschließend auf die Festung Marienberg.

KIRCHHEIM Die Stadtführung in Würzburg begann auf der Alten Mainbrücke, einer der ältesten und schönsten Steinbrücken Deutschlands. Sie ist seit der Barockzeit, verteilt auf beide Seiten, mit einer Galerie von zwölf Standbildern ausgestattet, unter anderem der Heilige Burkhard, erster Bischof Würzburgs, Karl der Große und sein Vater Pippin. Von der Brücke aus hatte man einen herrlichen Ausblick zum Marienberg und zum Käppele.

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Würzburg ist seit 742 Bischofssitz. Im Jahr 1030 verlieh Kaiser Konrad II. das Münz-, Zoll- und Marktrecht an die damals schon befestigte Stadt. Kaiser Friedrich Barbarossa heiratete 1156 in Würzburg Beatrix von Burgund und auf dem Würzburger Reichstag von 1168 bestätigte er die Herzogswürde des Bischofs. Der Marienberg wurde Bischofssitz bis zur Fertigstellung der Residenz in der Altstadt.

In Würzburg gibt es 49 Kirchen, davon drei evangelische. Die katholische Kirche ist auch heute noch der größte Immobilienbesitzer der Stadt. Der Weinbau macht mehr von sich reden, als der wirtschaftlichen Bedeutung zukommt. Aber nicht zuletzt prägt der Frankenwein die Lebensweise der hier wohnenden Menschen.

1814 kam Würzburg endgültig an das Land Bayern, wobei sich die Bürger in erster Linie als Franken fühlen. So kommt es, dass man hier nur wenig weißblaue Fahnen zu sehen bekommt. Das Würzburger Rathaus Grafeneckart, ein massiver romantischer Steinbau, wurde 1316 von der Bürgerschaft erworben und im Laufe der Jahrhunderte stetig erweitert. Im Erdgeschoss gibt es einen Raum der Erinnerung an die am 16. März 1945 durch Bomben zerstörte Stadt.

Beim Wiederaufbau erhielt die Stadt ihre alte Schönheit und Anziehungskraft zurück. Vor dem Grafeneckart, dessen Turm 55 Meter hoch aufragt, steht ein zierlicher Rokoko-Brunnen, der Vierröhrenbrunnen. Auf dem Obelisk in der Mitte des Brunnens steht die Frankonia, die Symbolgestalt Frankens. Nur wenig entfernt vom Rathaus ist ein Marktplatz angelegt und die Bürgerkirche, die Marienkirche gebaut. Die spätgotische Hallenkirche wurde gegen den Willen des Fürstbischofs gebaut. So wurde sie nie zur Pfarrkirche erhoben und blieb bis heute eine Kapelle. Der Kiliansdom, eine der größten romanischen Kirchen in Deutschland, geht in seiner heutigen Grundform auf die Bauphase zwischen 1040 und 1188 zurück. Bei der Bombardierung 1945 wurde der Dom teilweise zerstört. Ein Jahr später stürzte das schwer beschädigte Langhaus ein.

Über die Hofstraße pilgerten die Kirchheimer Senioren zur Fürstbischöflichen Residenz, einem großartigen barocken Schlossbau und einem prachtvollen Denkmal absolutistischer Machtdemonstration.

Dann ging es weiter nach Veitshöchheim zum Mittagessen in einem ehemaligen Franziskanerkloster. Anschließend fuhr man mit dem Schiff zurück nach Würzburg. Per Bus ging es hinauf zur Festung Marienberg, dem beherrschenden Wahrzeichen Würzburgs. Beeindruckend waren die mächtigen hohen Mauern der Bastionen und Festungswerken. Auf eigene Faust konnten sich die Kirchheimer in den Innenhöfen umsehen, wobei das Scherenberger Tor, das zierliche Brunnenhäuschen aus der Renaissance und der 30 Meter hohe Bergfried und die Marienkirche besondere Aufmerksamkeit erregten.

In Würzburg haben viele bedeutende Künstler gelebt und gearbeitet. Der Ruhm Würzburgs als Stadt der Wissenschaft wurde gefestigt durch die Mediziner Rudolf Virchow und Wilhelm Conrad Röntgen.

Auf der Heimfahrt teilweise auf der romantischen Straße und über das Umpfertal und Boxberg erlebten die Ausflügler vom Bus aus die farbenfroh erwachende Natur.

wim