Lokales

"Markenzeichen für Kirchheim"

Kontinuität und Entwicklung waren Leitmotive bei der Feier des Brückenhauses. Die Kontinuität spiegelt sich in der Bedeutung des Brückenhauses für die Stadt und in den vertrauten Gesichtern, die die Einrichtung teils seit dem Gründungsjahr repräsentieren. Die Entwicklung zeigt sich in der dauernden Erweiterung des Aufgabenspektrums und der stetig gewachsenen Akzeptanz der Einrichtung.

IRENE STRIFLER

Anzeige

KIRCHHEIM "Es ist beileibe nicht selbstverständlich, dass eine kleine soziale Einrichtung die 30 überhaupt erreicht", freute sich der Vorsitzende Willi Kamphausen zum Auftakt der Fete. Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker, die die Geburtstagsglückwünsche für Verwaltung und Gemeinderat überbrachte, erinnerte daran, dass das 1976 gegründete Brückenhaus im ersten Jahrzehnt nicht nur Pionierarbeit zu leisten hatte, sondern dabei auch um fachliche Anerkennung kämpfen musste. Im zweiten Jahrzehnt mauserte sich das Brückenhaus im Rahmen verschiedener Kooperationen schon zum "Garanten für Jugendsozialarbeit in der Stadt" und setzte sich seinerzeit schwerpunktmäßig im Brennpunkt Reutlinger Straße in Ötlingen ein.

Spätetestens seit Anbruch des dritten Jahrzehnts wird die Arbeit allseits hoch geschätzt und erfährt umfassende Unterstützung. Längst ist das Brückenhaus über die Aktivitäten in der Reutlinger Straße und im Dettinger Weg hinausgewachsen. Darin, so die Oberbürgermeisterin, zeige sich die Fähigkeit, sich stets auf Neues einzustellen und brennende Probleme anzupacken. Heute brauchten Kinder und Jugendliche die Unterstützung der Gesellschaft mehr denn je. "Ich wünsche mir, dass das Brückenhaus weiter ein kreativer und kompetenter Teil des sozialen Netzwerks und verlässlicher Partner der Stadt ist", schloss Matt-Heidecker. Sie dankte für die vielen großen und kleinen Brücken, die in drei Jahrzehnten gebaut wurden.

Mit einem herzlichen "Weiter so" gratulierte Ortsvorsteher Hermann Kik dem Verein. Er lobte die gute Kooperation mit dem Brückenhaus in Ötlingen, einem Teilort, der "nach dem Krieg sehr schnell die ländliche Unschuld verloren" habe und später zum Haupteinsatzort des jungen Brückenhauses wurde.

Pfarrer Keller, der für die evangelischen Kirchen das Wort ergriff, lobte ebenfalls diese gedeihliche Zusammenarbeit, ganz besonders in Ötlingen, und nannte als Beispiele die örtlichen Treffs "Checkin" und "TriB". "Viele Probleme werden präventiv angegangen und bleiben dadurch in Grenzen", war der Pfarrer überzeugt.

Als einer, der üblicherweise Brücken zwischen Himmel und Erde baue, redete Pastoralreferent Wolfgang Müller diesmal in erster Linie für die Raunerschule Dort gestaltet das Brückenhaus Schulsozialarbeit mit. Gerade in Sachen Schulsozialarbeit habe der Verein entscheidende Pfeiler gesetzt, betonte Müller und riet für alle Zukunft: "Lasst nicht nach im Brückenbauen!"

Wolfgang Schinko von KIZ, ein weiterer der zahlreichen Kooperationspartner des Brückenhauses, wartete mit einem kurzweiligen Gedicht auf. Darin erinnerte er an altbekannte Größen aus der Tätigkeit des Brückenhauses wie zum Beispiel das Spielmobil oder das "Kifepro".

Willi Kamphausen, der ebenso wie Christoph Lempp die Geschichte des Brückenhauses vom ersten Tag an prägt, unterstrich fünf Charakteristika der Einrichtung: Zum einen stehe das Brückenhaus für Hilfe von Kindern und Jugendlichen in allen Lebenslagen. Geprägt sei es durch die bestimmenden Faktoren Team und Ehrenamtliche. Drittens sei das Brückenhaus durch Kontinuität, nicht zuletzt in der langen Verbundenheit der Mitarbeiter mit der Einrichtung, gekennzeichnet, aber auch durch ständige Entwicklung. Überdies sei dem Brückenhaus Eigenständigkeit wichtig, wobei gerade auf der Basis dieser Eigenständigkeit vielfältige Kooperationen eingegangen würden. Last not least ist das Brückenhaus "ein unverwechselbares Markenzeichen in Kirchheim und über Kirchheim hinaus", schloss Kamphausen. Er betonte dabei, dass der Begriff Brückenhaus immer zuerst das Mitarbeiterteam meine, dann erst die Räume und Orte.

Christoph Lempp dankte abschließend allen Mitarbeitern, Ehrenamtlichen, Unterstützern oder Kooperationspartnern. Bei der Auflistung aller Financiers des Brückenhauses nannte er auch die engagierten Spender, die im Laufe der Jahre insgesamt 0,6 Millionen Euro für die mittlerweile renommierte Einrichtung zusammengetragen hatten. Darunter fallen auch Spenden im Rahmen der Teckboten-Weihnachtsaktion.

Die Abschlusspointe des offiziellen Teils bildete eine Bambi-Verleihung der besonderen Art: Den "Bambi für 30 Jahre ehrenamtliches kreatives Engagement" erhielt Hanne Lempp. Birgit Häbich-Kampourakis überreichte der Ehefrau von Christoph Lempp die Auszeichnung. Die Brückenhaus-Mitarbeiterin verstand es auf diese Weise vortrefflich, die über Jahrzehnte gewachsene herzliche Atmosphäre im Team auszudrücken und gleichzeitig dem Ehrenamt in einer sehr persönlichen, freundschaftlichen Geste ein überzeugendes Denkmal zu setzen.