Lokales

Marktlage abwarten

Nach der Bürgerinformation über das Baugebiet "Goldmorgen/Obere Straßenäcker" hat der Dettinger Gemeinderat nun in jüngster Sitzung beschlossen, welche städtebauliche Variante ins Bebauungsplanverfahren gehen soll: Variante B, die mehr Einfamilienhäuser aufweist. Gegebenenfalls sollen aber entlang der Bundesstraße die drei Mehrfamilienhäuser aus Variante A gebaut werden.

ANDREAS VOLZDETTINGEN Bürgermeister Rainer Haußmann fasste in der Gemeinderatssitzung zunächst die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung zusammen. Bedenken habe es vor allem zur Höhenentwicklung, zu den Dachformen und zu den Mehrfamilienhäusern als Lärmschutz gegeben.

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Aus Sicht der Verwaltung sagte er dazu, dass heutzutage aus Kostengründen mehr in die Höhe als in die Breite gebaut werde und deshalb die Traufhöhen über denen der 70er-Jahre lägen, nicht aber die Firsthöhen. Die Option für Pultdächer verteidigte Haußmann als eine Möglichkeit, im Dachgeschoss die volle Raumhöhe nutzen zu können und mit der Dachbegrünung zugleich auch noch etwas für die Umwelt zu tun.

Die Mehrfamilienhäuser als Lärmschutz waren Gegenstand größerer Diskussionen im Ratsrund. Schließlich einigten sich die Stimmberechtigten aber auf einen Kompromiss: Im Bebauungsplan soll es zunächst offen bleiben, ob entlang der Bahnschienen und der B 465 Mehrfamilienhäuser mit Garagen oder aber Einfamilienhäuser und Doppelhäuser respektive Reihenhäuser gebaut werden. Die Gemeinde will also abwarten, was der Markt verlangt. Für den Fall aber, dass in den "Oberen Straßenäckern" tatsächlich Mehrfamilienhäuser mit vorgelagerten Garagen entstehen sollten, plädierten fast alle Redner dafür, mit drei solchen Häusern zu planen wie es die Variante A vorsieht.

Bei der Frage des Ortsteilspielplatzes scheint der "Markt" bereits entschieden zu haben, was gewünscht ist. Rainer Haußmann berichtete im Gemeinderat, dass die Bürger sich für den Standort Lautergarten ausgesprochen hätten, wohingegen sie für das neue Baugebiet einen kleineren Spielplatz für jüngere Kinder befürworteten.

Ähnliche Übereinstimmung habe es auf Seiten der Bürgerschaft bei der Straßenbreite von 5,50 Meter gegeben, die im Gebiet "Goldmorgen/Obere Straßenäcker" geplant ist. Auch die Tatsache, dass dort keine Gehwege vorgesehen sind, sei allgemein akzeptiert worden. Öffentliches Parken ist somit entlang der u-förmigen Straßen möglich sowie an zwei größeren Plätzen.

Außerdem informierte Bürgermeister Rainer Haußmann den Gemeinderat auf Nachfrage über die Zahl der Stellplätze, die im Bebauungsplan festzusetzen sind: "Wir fordern zwei auf dem eigenen Grundstück und gehen damit über das Gesetz hinaus, das nur einen Stellplatz pro Wohneinheit vorschreibt."

Das Problem mit der gesetzlichen Mindestanforderung an die Stellplatzanzahl liege darin begründet, dass die Politik den Bauherren an diesem Punkt gerne entgegenkomme auf Kosten der Kommunen. Diese seien dann gezwungen, auf "wertvollen Flächen" öffentliche Stellplätze zu schaffen.