Lokales

Marktplatz soll Dreh- und Angelpunkt bleiben

Nicht nur der Erweiterungsbau des Weilheimer Rathauses nimmt allmählich Formen an. Gefeilt hat Stadtbaumeister Roland Rendler auch am Konzept für die Außenanlagen. In jüngster Sitzung stellte er dem Gemeinderat die Detailplanung vor.

ANKE KIRSAMMER

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WEILHEIM Dem Marktplatz solle durch die Flächen um den Neubau nicht die Schau gestohlen werden, machte Rendler eingangs klar. Vielmehr könnte der zentrale Platz zwischen Kirche und Rathaus von der Neugestaltung profitieren und großzügiger wirken. Vorgesehen ist dazu unter anderem, die zugemauerten Torbögen im bestehenden Rathaus zu verglasen, die Sitzgelegenheiten abzubauen und die Fahrradabstellplätze in den rückwärtigen Bereich in die Nähe des neuen Seiteneingangs zu verlegen. Ein Vorschlag, der Gemeinderätin Gerda Schrägle missfiel. Sie sei davon ausgegangen, dass die Besucher durch das Hauptportal am Marktplatz hereinkämen und den großen Eingangsbereich nutzten. Aufgrund der Nähe zum künftigen Bürgerbüro und zum Aufzug plädierten Bürgermeister Hermann Bauer und Roland Rendler jedoch für die im aktuellen Plan vorgeschlagene Lösung.

Im Februar vergangenen Jahres hatte der Stadtbaumeister im Ratsrund bereits die Grundzüge seines Konzepts vorgestellt. Seitdem hat er den Entwurf verfeinert. Der Plan enthält sämtliche baulichen Details samt Höhenangaben. Mitunter gilt es da beträchtliche Differenzen zu überwinden. So muss beispielsweise ein "Sprung" von rund einem halben Meter aufgefangen werden, weil das gesonderte Gebäude für Polizei und Notariat zwar vorbereitet, aber noch nicht gebaut wird. Dazu wird die Belagsfläche als wassergebundene Decke verfestigt. Mit Schotter gefüllte Drahtkörbe, die später anderweitig verwendet werden können, sollen die Kante betonen. Außerdem laden Bänke auf dem Provisorium zum Verweilen ein. Für die Mitarbeiter der Verwaltung wird auf der anderen Seite, entlang des Langhauses zur Rathausgasse hin, ein kleiner abgegrenzter Aufenthaltsbereich entstehen.

"Die Ränder rund um das Rathaus sind sehr ausgefranst, deshalb brauchen wir eine sehr ruhige und einheitliche Gestaltung", erklärte Rendler. Erreicht werden soll das unter anderem durch großformatige, rechtwinklig auf das Gebäude ausgerichtete Platten. Welchen Belag der Gemeinderat auswählt, wird sich allerdings erst entscheiden, wenn die Angebote für die alternativ ausgeschriebenen Materialien vorliegen.

Im hinteren Bereich, bei der Weilheimer Bank, weitet sich die Gasse zu einem kleineren Platz mit "Zähringer Spuren" und einer begrünten Pergola. Dort wird außerdem eine Sitzbank installiert. Die abschließende Gestaltung des Bertoldplatzes stellte Rendler bis zur Ende Oktober erwarteten Entscheidung des Wettbewerbs "Kunst am Bau" zurück.

Grün wird nur punktuell eingesetzt. Zwei Solitärbäume in den Sichtachsen entlang des Neubaus betonen beispielsweise die Torsituation, eine Hecke und wenige Sträucher zieren die vorübergehend gestaltete Fläche für das später zu erstellende Gebäude.

Bis auf das Dachwasser des mit Kupfer ummantelten Sonderbaukörpers für den Sitzungssaal, soll das Oberflächenwasser über die Lindach abgeleitet werden.

Der Gemeinderat nahm von der Werkplanung Kenntnis und gab sie zur Ausschreibung frei. Nach wie vor gilt die Kostenberechnung vom Februar 2004. Je nach Belag für die Flächen bewegen sich die Kosten für die Außenanlagen zwischen 390 000 und 440 000 Euro. Ausgeführt werden sollen die Arbeiten von Juli bis Oktober 2006. Die Verwaltung rechnet mit einem erheblichen Zuschuss aus dem Landessanierungsprogramm.