Lokales

Masernausbruch im Landkreis Esslingen

In den ersten Januarwochen des Jahres 2006 sind im Landkreis Esslingen neun Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 1 und 16 Jahren an Masern erkrankt. Auch aus dem Landkreis Tübingen wurden weitere zwei Masernerkrankungen gemeldet, die allen vorliegenden Erkenntnissen zufolge auf eine im Landkreis Esslingen erworbene Ansteckung zurückgingen.

KREIS ESSLINGEN Ein erkranktes Kind befindet sich in stationärer Behandlung eines Krankenhauses. Alle Kinder waren ungeimpft.

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"In den nächsten Wochen stehen mit Faschingsfeiern und ähnlichen Ereignissen zahlreiche Veranstaltungen an, bei denen sich ungeschützte Kinder anstecken können. Dann ist womöglich der Skiurlaub gefährdet, die Ferienfreude ist dahin und es gibt lange Gesichter. Gegen eine Erkrankung an Masern kann aber mit einer Impfung Vorsorge getroffen werden", so der Leiter des Landesgesundheitsamtes beim Regierungspräsidium Stuttgart, Dr. Günter Schmolz.

Jedes Kind sollte bereits bis zum zweiten Lebensjahr, also noch vor Eintritt in den Kindergarten, zwei Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln erhalten haben, so empfiehlt es die Ständige Impfkommission beim Robert-Koch-Institut. Das Landesgesundheitsamt beim Regierungspräsidium Stuttgart empfiehlt deshalb allen Eltern, zur Vermeidung einer Ansteckung den Impfschutz ihrer Kinder beim Hausarzt überprüfen zu lassen. Zum Hintergrund: Ärzte sind nach dem Infektionsschutzgesetz bereits beim Verdacht auf Masern zur namentlichen Meldung an das Gesundheitsamt verpflichtet.

Während des Jahres 2005 wurden dem Landesgesundheitsamt nur 24 Meldungen von Masernerkrankungen aus ganz Baden-Württemberg übermittelt. In Hessen wurden im Jahr 2005 nach örtlichen Ausbrüchen insgesamt 260 Masernfälle verzeichnet, ein erkranktes Kind starb.

Beim Masern-Impfstoff handelt es sich um einen Lebendvirusimpfstoff, hergestellt aus abgeschwächten Masernviren, die auf Zellkulturen vermehrt werden. Als Impfstoff der Wahl gilt eine kombinierte Zusammensetzung mit Mumps- sowie Rötelnviren (MMR-Vakzine). Die Erstimpfung sollte im Alter von vollendetem 11. bis zum 14. Monat, das heißt nach dem Verschwinden der mütterlichen Antikörper, erfolgen. Die in Deutschland zugelassenen Impfstoffe bewirken bei über 90 % der einmal Geimpften eine Bildung von Abwehrstoffen (Serokonversion). Bis zu 5 % der Impflinge zeigen die so genannten "Impfmasern" mit mäßigem Fieber, flüchtigem Hautausschlag (Exanthem) und Atemwegssymptomen, meist in der 2. Woche nach der Impfung. Die durch die Impfung bewirkte Immunantwort ist nach 4 bis 6 Wochen nachweisbar. Die mittleren Antikörpertiter liegen niedriger als nach natürlicher Infektion. Die empfohlene Zweitimpfung (die keine Auffrischimpfung ist!) soll den Kindern, die aus unterschiedlichen Gründen nach der Erstimpfung keine Impfimmunität entwickelt haben, eine zweite Chance geben. Dies sichert erfahrungsgemäß ein Maximum der Impfimmunität der zu impfenden Jahrgänge. Seit Juli 2001 wird die Zweitimpfung bereits im Alter von 15 bis 23 Monaten empfohlen. Die zweite MMR-Impfung kann vier Wochen nach der ersten MMR-Impfung erfolgen.

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