Lokales

Mehr Frauen-Power

Kreisverband der Frauen Union blickt zurück

Hannelore Löhr zählt zu jenen Frauen, die Probleme beherzt anpacken. Und sie erinnert sich noch gut an die Anfänge der Frauen Union im Kreis Esslingen: „Wir fanden, dass der Politik mehr Frauen-Power guttun würde.“ 1972 gründete sie die erste Ortsgruppe in Filderstadt, der 1973 der Kreisverband folgte. 40 Jahre später blicken die CDU-Frauen auf eine erfolgreiche Arbeit zurück, und sie haben für die Zukunft noch einiges vor.

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Alexander Maier

Esslingen. Die Frauen Union (FU) versteht sich als Lobby für die Anliegen von Frauen in der CDU und in der Politik. Das war Anfang der 70er-Jahre noch nicht so selbstverständlich wie heute. Frauen waren damals in der Union weit weniger stark vertreten, gerade unter Mandats- und Funktionsträgern. Und selbst unter den weiblichen Mitgliedern der CDU soll es die eine oder andere gegeben haben, „die unsere Arbeit anfangs nicht so begrüßt hat“, erinnert sich Hannelore Löhr. Doch die CDU-Frauen haben sich nicht nur im eigenen Lager Respekt verschafft. Die Gleichstellung von Mann und Frau, die Vereinbarkeit von Kindererziehung und Beruf, der Ausbau der Betreuungsangebote, die Anrechnung von Erziehungszeiten auf die Rente, die Einrichtung von Frauenhäusern und die Repräsentation von Frauen in politischen Gremien – vieles hat sich die FU auf die Fahnen geschrieben. „Wir wollen Politik nicht nur am runden Tisch machen, sondern bei den Menschen vor Ort“, sagt Hannelore Löhr. „Und wenn wir auf die 40 Jahre zurückblicken, ist es ein schönes Gefühl, zu sehen, was wir alles erreicht haben.“

Von 1973 an war Hannelore Löhr zwei Jahre Gründungsvorsitzende des FU-Kreisverbandes, von 1981 bis 1983 hatte sie die Leitung nochmals gemeinsam mit Ingeburg Genswürger inne, die dann bis 2007 die Frauen Union im Landkreis alleine anführte. „26 Jahre sind eine lange Zeit, aber es war für mich immer ein großes Anliegen, mit vielen anderen in der Frauen Union etwas zu bewegen. Die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist im Grundgesetz verbürgt, aber man muss dafür sorgen, dass sie auch im Alltag realisiert wird. Es darf zum Beispiel nicht sein, dass Kinder für Frauen zum Karriererisiko werden. Wir haben uns immer dafür eingesetzt, dass beides vereinbar ist. Dafür müssen die Voraussetzungen geschaffen werden.“

Wenn Helena Kapp, die den Kreisverband seit 2007 anführt, auf die Arbeit ihrer Vorgängerinnen zurückblickt, stellt sie fest: „Die Themen sind oft noch dieselben, aber man sieht auch, wie viel wir in dieser Zeit bereits erreicht haben.“ Dass Frauen heute in Politik und Gesellschaft eine andere Rolle spielen als vor 40 Jahren, weiß die erfolgreiche Unternehmerin aus eigener Erfahrung. Trotzdem ist sie überzeugt, dass noch viel zu tun ist, um die Gleichstellung in allen Bereichen umzusetzen. Dafür will sie sich gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen in der Frauen Union weiterhin einsetzen.

Die Unterstützung der beiden CDU-Bundestagsabgeordneten im Landkreis haben die CDU-Frauen. „Wir brauchen auch weiterhin eine starke Frauen Union in der CDU, weil sie viele wichtige Anliegen in die Politik hineinträgt“, sagt der Esslinger Markus Grübel. Und sein Kollege Michael Hennrich aus dem Wahlkreis Nürtingen erklärt: „Dass die CDU in den vergangenen Jahren viel für die Frauen getan hat, ist auch das Verdienst der Frauen Union. Ganz besonders hat mich das soziale Engagement beeindruckt.“ Dass sich der Esslinger Kreisverband auch bundesweit einen Namen gemacht hat, wird sich auch kommende Woche zeigen: Wenn die FU im Landkreis ihr 40-jähriges Bestehen feiert, wird auch die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer zu den Gratulantinnen gehören.