Lokales

Mehr Geld für Bildung

Die Ortsgruppe Wendlingen der Partei WASG "Arbeit & soziale Gerechtigkeit Die Wahlalternative" konnte zum Schwerpunktthema "Bessere Bildung für alle" den Referenten Dr. Emanuel Peter, Gymnasiallehrer, und Tobias Kaphegyie vom WASG-Kreisverband Tübingen begrüßen.

WENDLINGEN Kaphegyie, der seine Magisterarbeit zu "Deutsche Bildungspolitik im Vergleich zu internationalen Bildungssystemen" beendet hat, untermauerte die Ergebnisse aus der PISA-Studie durch seine eigenen Recherchen auch im Detail. Deutschland sei das Land, in dem die soziale Herkunft am entscheidensten ist. Die erfolgreichen Bildungssysteme der skandinavischen Länder schafften es sehr gut, die Auswirkungen von Einkommen und sozialer Herkunft auszugleichen, in dem sie eben nicht vorrangig auf frühzeitige Selektion setzten. Der Schwerpunkt sei gemeinsames Lernen, berichtete Kaphegyie.

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Dem Argument der Durchlässigkeit des deutschen Bildungssystems werde durch die Tatsache widersprochen, dass hier auf einen Aufsteiger, 13 Absteiger kämen. Dr. Emanuel Peter führte aus, die Bundesregierung mache mit ihrer falschen Umverteilungspolitik, gute Bildung für die unteren und mittleren Einkommen, Schritt für Schritt unbezahlbar. Abgesehen davon, seien auch durch diese falsche Politik die Staatskassen geplündert worden und es gäbe jetzt zu wenig Mittel für den notwendigen Ausbau der Schulen, um kleinere Klassen zu realisieren und mehr Lehrer einzustellen.

Doch auch die Landesregierung täusche, wenn es um das Thema Bildung gehe. Mit den Bildungsstandards der Kultusministerin Schavan würde das Bildungsniveau gesenkt, anstatt angehoben. Gleichzeitig würden immer mehr Belastungen auf die privaten Schultern verlagert. Nachhilfeunterricht müsse heute schon im Wert von zwei Milliarden Euro pro Jahr von Privat erbracht werden. Die Studiengebühren für das Erststudium seien auch der Einstig für das Schulgeld und die weitere Privatisierung von Bildung.

Die WASG sehe, dass schlechte Bildung zu Armut und Arbeitslosigkeit führe. Auch deshalb fordert die WASG eine einheitliche Ganztagesschule für alle Kinder bis zur 9. Jahrgangsstufe und die Bereitstellung der Mittel von Bund und Land. Außerdem müsse auch die Hochschulbildung gebührenfrei bleiben.

pm