Lokales

Mehr Kinder, aber kein höheres Budget

Die Ganztagsbetreuung an der Konrad-Widerholt-Grundschule sowie an der Grundschule der Alleenschule, die zu Beginn dieses Schuljahrs angelaufen war, hat jetzt im Kirchheimer Finanz- und Verwaltungsausschuss gute Noten erhalten. Vertreter zweier Fraktionen machten sich allerdings für die Überprüfung der Gebührenfreiheit stark.

ANDREAS VOLZKIRCHHEIM "Die Zusammenarbeit mit der Familien-Bildungsstätte läuft hervorragend, das Thema Jugendbegleiter ist gut umgesetzt", zog Bettina Wilhelm, die Leiterin des Kirchheimer Amts für Bildung, Kultur und Sport, eine erste Bilanz der Ganztagsbetreuung an Grundschulen. Überraschend sei es für alle Beteiligten gewesen, dass 76 Prozent der Zweit- und Drittklässler an der Alleengrundschule das neue Angebot wahrnehmen. Zahlen für das kommende Schuljahr seien allerdings schwer zu prognostizieren, weil erst dann alle Klassen von 1 bis 4 die Ganztagsangebote in Anspruch nehmen können.

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Dass sich der Ausschuss jetzt überhaupt mit dem Thema Ganztagsbetreuung an den beiden Grundschulen zu befassen hatte, lag daran, dass eine außerplanmäßige Ausgabe in Höhe von rund 26 000 Euro zu genehmigen war. Bettina Wilhelm betonte aber, dass es sich dabei lediglich um eine Umschichtung von Mitteln handelt, die ursprünglich im Personalhaushalt bereitgestellt waren, bevor die Kooperation mit der FBS beschlossen worden war: "Das Budget ist nicht höher geworden, obwohl sich mehr Kinder angemeldet haben. Das war eine große Herausforderung für die FBS. Da sind wir jetzt auch an der Grenze angekommen."

Die Redner der einzelnen Fraktionen lobten das Konzept der Ganztagsbetreuung ebenso wie die kostenneutrale Bewältigung des großen Andrangs und sahen die Stadt auf dem richtigen Weg. Ralf Gerber (Freie Wähler) meinte aber, dass manche Kinder die Angebote eigentlich gar nicht wahrnehmen müssten. Sie seien nur deshalb dabei, "weil's ja nix koscht". Auch Elmar Müller (CDU) erinnerte daran, dass die Gebührenfreiheit nach spätestens zwei Jahren auf den Prüfstand kommen soll: "Vielleicht müssen wir ja die Notbremse ziehen. Und wenn wir dann Gebühren erheben, werden die Zahlen anders aussehen."

Dem wiederum hielt Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker entgegen, dass die deutliche Nachfrage zeige, "wie wichtig die Ganztagsbetreuung in unserer Gesellschaft ist. Was wir hier machen, ist die Umsetzung des Kinderlands Baden-Württemberg." Allerdings sei es so, dass die Kommunen für einen Großteil der Kosten aufkommen müssen.

Auf Nachfrage von Dr. Silvia Oberhauser (Frauenliste) berichtete Bettina Wilhelm noch über Auswahl und Qualifizierung der Betreuungskräfte. Im Hauptamt handle es sich um Lehrerinnen und Erzieherinnen, und auch die Jugendbegleiter seien "sehr qualifizierte Kräfte". Bei deren Auswahl verlasse sich die Stadt auf den Kooperationspartner Familien-Bildungsstätte, der im kommenden Jahr auch einen speziellen Schulungskurs anbiete. Außerdem müsse sich das Personal in der täglichen Praxis bewähren: "Die fachliche Beurteilung liegt letztlich beim Rektor."