Lokales

Mehr Licht für den Ort der Begegnung

Gut ein halbes Jahr lang wurde das evangelische Gemeindehaus in Wernau umgebaut und grundlegend saniert. Am 7. Oktober wird mit einem Fest der Abschluss der Bauarbeiten gefeiert. "Das Haus hat enorm an Helligkeit und Freundlichkeit gewonnen", ist Dekan Dieter Kaufmann begeistert vom Ergebnis.

WERNAU "Seit dem Bau Ende der 50er-Jahre wurde nicht wesentlich renoviert", erzählt Kirchengemeinderat Wolfgang Sieler. Dementsprechend katastrophal sei auch der Zustand des Hauses gewesen, sodass die Kirchengemeinde schließlich das Wagnis einer umfassenden Erneuerung anpackte.

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Bodentiefe Fenster lassen nun viel Licht in den großen Saal, dem ein Parkettfußboden eine warme Atmosphäre gibt. Um fast einen Meter wurde das Niveau des Hofes abgesenkt, sodass ein ebenerdiger barrierefreier Zugang entstanden ist. Auch für Feste und Aktivitäten der Jugendgruppen, die sich im Haus treffen, habe man nun mehr Freiraum, erklärt Architekt Werner Barth. Eine bessere Wärmedämmung, neue Fenster, eine Niedrig-Temperatur-Heizung und eine ausgefeilte Regeltechnik sollen modernen ökologischen Anforderungen Rechnung tragen. Dazu musste das Haus bis zum Rohbau zurückgebaut werden, erläutert Barth. Auch die Sanitärräume und die Küche wurden renoviert.

Für das runderneuerte, einladende Haus hat sich die evangelische Kirchengemeinde mächtig ins Zeug gelegt. Nicht nur musste sie rund 200 000 Euro an Eigenmitteln für das 356 000 Euro teure Projekt aufbringen, rund 450 Arbeitsstunden minderten die finanzielle Belastung.

Dass nicht nur eigene Gemeindemitglieder kräftig mit anpackten, sondern auch katholische Mitchristen, freut Pfarrerin Sabine Waldmann besonders. Eine rührige Fundraising-Gruppe stellte zahlreiche Aktionen auf die Beine, sodass mit 196 000 Euro nun fast alle Eigenmittel beisammen sind. Unterstützung gab es auch von den evangelischen Kirchengemeinden im Kirchenbezirk, die über das Bezirksprojekt 2004 rund 10 000 Euro zuschossen. Auch der Kirchenbezirk und die Württembergische Landeskirche beteiligen sich an den Baukosten.

"Doch ohne das große ehrenamtliche Engagement wäre der Umbau nicht möglich gewesen", ist Kaufmann überzeugt. Zusätzlich muss die Gemeinde jedoch noch ein Darlehen von 60 000 Euro aufnehmen. "Vielleicht gehen ja noch Spenden ein, dann reduziert sich die Belastung", hofft Sieler.

Für Dekan Dieter Kaufmann haben Gemeindehäuser eine wichtige Funktion: "Sie sind Orte der Kommunikation, der Begegnung und Gemeinschaft." Hier könnten sich viele unterschiedliche Menschen und Gruppen treffen, ihren Glauben leben und über Themen des Glaubens reden. Erwachsenenbildung und Jugendarbeit, Angebote für Familien oder Senioren fänden hier Raum. Zahlreiche Gruppen und Kreise der Kirchengemeinde, auch etliche andere wie Sprachhilfe für ausländische Frauen, Hospizgruppe oder Ökumenischer Verein nutzen das Gemeindehaus. Auch Privatleute können die Räume für Feste buchen.

Das Einweihungsfest am 7. Oktober beginnt um 16 Uhr im evangelischen Gemeindehaus Wernau, Uhlandstraße 30, neben der Johanneskirche.

pm