Lokales

Mehr Platz für Demenzkranke

Im Dettinger Seniorenheim soll der Demenzbereich ausgebaut und modernisiert werden

Antje Dörr

Dettingen. Ob der Demenzbereich vergrößert werden darf, entscheidet das Baurechtsamt Kirchheim. Momentan gibt es im Dettinger Seniorenheim „Haus an der Teck“ Plätze für acht erkrankte Personen. Weitere sieben sollen hinzukommen. Der eingeschossige Anbau mit Dachgarten wird an den jetzigen Wohnbereich angeschlossen. „Eine Erweiterung und Modernisierung des jetzigen Demenzwohnbereichs ist dringend geboten, um weiterhin als attraktiver Standort auf dem Markt wahrgenommen zu werden“, sagte die Regionaldirektorin der Evangelischen Heimstiftung Carmen Treffinger. Die Stiftung ist Träger des Seniorenheims am Guckenrain.

Der malerische Blick auf die Teck ist durch den Anbau ungebrochen – so wollen es die Bewohner, die Evangelische Heimstiftung und die Gemeinde. Akustisch geht es nicht so idyllisch zu. In unmittelbarer Nachbarschaft haben die Segelflieger ihr Gelände. Nebenan trainiert der Schützenverein.

„Es sind Schießgeräusche zu hören, aber die stören die Demenzerkrankten nicht“, sagte der Dettinger Bürgermeister Rainer Haußmann in der Sitzung. Dennoch müsse geprüft werden, ob die Lärmschutzrichtwerte eingehalten würden. Er sei aber zuversichtlich, dass das Zusammenleben gut funktioniere. Schließlich lägen auch schon bisher Seniorenheim, Schießstand und Segelfluggelände direkt nebeneinander.

Die Gemeinderäte waren zum Teil weniger optimistisch. Rainer Kuhn (FWG), der selbst Mitglied im Schützenverein ist, wies darauf hin, dass der Verein vor zwölf Jahren den Betrieb mit Kleinwaffen habe einstellen müssen. Damals hatte die Schallemissionsmessung, die im Zuge des Neubaus des Seniorenheims durch­geführt worden war, zu hohe Lärmwerte ergeben.

„Wir haben nie Probleme mit der Heimleitung oder Anwohnern gehabt“, betonte Kuhn. „Wir wollen aber sichergehen, dass wir unseren Sport weiterhin ausüben können.“ Die Gemeinderäte Dr. Werner Hack (FWG) und Roland Sigel (CDU/FWV) stimmten ihm zu und forderten die Bauherren auf, ein Lärmgutachten erstellen zu lassen. Die subjektive Einschätzung der Heimleitung, dass der Lärm die Anwohner nicht störe, reiche nicht aus. Bürgermeister Rainer Haußmann bat Carmen Treffinger, sich mit dem Baurechtsamt darüber abzustimmen. Anschließend stimmte der Gemeinderat dem Bauvorhaben bei einer Enthaltung zu.

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