Lokales

Mehrarbeit befürchtet

Im Landkreis Esslingen sollen an 25 Hauptschulen pädagogische Assistenten eingestellt werden, die dort längstens zwei Jahre arbeiten dürfen.

KREIS ESSLINGEN Beim Kreisverband Bildung und Erziehung (VBE) Esslingen ist man sich nicht sicher, ob man über diese neuen "Hilfslehrer" glücklich sein soll oder nicht, heißt es in einer Pressemitteilung.

Anzeige

Jede Entlastung besonders belasteter Lehrer sei zu begrüßen, bekräftigt der VBE, andererseits seien durch die Pädagogischen Assistenten auch die Bezugs-Lehrkräfte gefordert. Der Grund: die "Hilfslehrer" dürfen nicht eigenverantwortlich unterrichten, das macht zusätzliche Absprachen im Vorfeld, gemeinsame Unterrichtsvorbereitungen und organisatorische Vorüberlegungen erforderlich. Auf eine Absenkung des Klassenteilers warteten die Hauptschulen dagegen noch immer vergeblich, so der VBE.

Die Hauptschulen, die sonst keine Lobby hätten, griffen nach jedem Strohhalm, um zusätzliche Unterstützung zu erfahren. Die Praxis werde zeigen, ob die pädagogischen Assistenten, die nicht eigenverantwortlich vor der Klasse stehen dürfen, schwächeren Schüler eine Hilfe seien. Zu befürchten sei, dass sie den Hauptschullehrkräften aber durch ihren Status als "unmündige Pädagogen" letzten Endes eine spürbare Mehrarbeit bescherten.

Besonders ärgerlich sei für den gewerkschaftlichen Berufsverband VBE, dass es viel zu viele gut ausgebildete junge Lehrkräfte gebe, die keine Anstellung im Schuldienst bekommen hätten und die nun als Hilfslehrer durch die Hintertür befristet einen Platz in den Schulen finden könnten: überqualifiziert für die geforderten Aufgaben, dafür aber unterbezahlt.

pm