Lokales

Mehrheit des Gremiums ist für altengerechtes Wohnen

Ein zweiter Versuch soll in Notzingen gestartet werden, altenbetreutes Wohnen auf dem Gelände einer ehemaligen Schreinerei an der Hochdorfer Straße zu realisieren. Auf ungeteilte Zustimmung stieß die Planung im Gemeinderat jedoch nicht.

IRIS HÄFNER

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NOTZINGEN Bereits im April 2003 hatte der Notzinger Gemeinderat einem Aufstellungsbeschluss für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan an der Hochdorfer Straße gefasst. Offensichtlich gab es dafür zu wenig Interessenten, weshalb die Initiatoren von diesem Vorhaben zurücktraten. Nun hat die Firma Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH aus Ludwigsburg, die laut Aussage von Bürgermeister Flogaus etwa 150 ähnliche Projekte verwirklicht hat, Interesse an diesem ehemaligen Schreinereigelände bekundet. Die Planungen für altengerechtes Wohnen lag dem Gemeinderat nun vor.

"Das ist ein Riesenbauwerk mit Flachdach an exponierter Lage, geplant zudem mit einer Garageneinfahrt zur Hochdorfer Straße hinaus. Wie das genehmigt werden soll, ist mir schleierhaft", wetterte Herbert Hiller. Er machte keinen Hehl daraus, von diesem Bauantrag alles andere als begeistert zu sein. Jochen Flogaus erinnerte daran, dass das Bauvorhaben im Vergleich zum Vorprojekt dem der Gemeinderat zugestimmt hat im Volumen reduziert wurde, statt 23 nun nur noch 20 Wohneinheiten gebaut werden sollen. "Dass ein Investor die Fläche so weit als möglich ausnutzen will ist logisch und in der Sache begründet", sagte der Schultes.

Die Problematik mit der Ausfahrt sieht Jochen Flogaus ebenfalls nicht. Zum einen würde dadurch möglicherweise die Geschwindigkeit des Durchgangsverkehrs verringert, zum anderen würde das Straßenbauamt darüber entscheiden. Auch sieht der Schultes keine Schwierigkeiten in Sachen Reduzierung der Stellplätze in der Tiefgarage. "Wenn die Wohnungen nicht altengerecht gebaut sind, ist Widerruf möglich und der Investor muss anderweitig Stellplätze nachweisen", so Jochen Flogaus. "Wenn wir jetzt Nein zu diesem Projekt sagen, wird es in absehbarer Zeit kein altengerechtes Wohnen in Notzingen geben", gab er zu Bedenken.

Die Argumentation zum Thema Stellplätze konnte Günter Barz nicht nachvollziehen. "Viele ältere Notzinger Bürger haben ein Auto und nutzen es regelmäßig, weil wir hier einfach auf ein Auto angewiesen sind im Gegensatz zu innerstädtischen Projekten", lautete seine Einschätzung. Hans-Joachim Heberling fragte daraufhin nach der Beweispflicht. "Die hat der Investor. So gibt es beispielsweise die Vorschrift, dass die Bewohner über 60 Jahre alt sein müssen", konnte Jochen Flogaus diesen Sachverhalt klären.

"Der Baukörper ist im Vergleich zur vorherigen Planung eher aufgelockerter", konnte Erhard Reichle dem Projekt einen positiven Aspekt abgewinnen. Emiliana Montero-Rodriguez und Eduard Bosch hatten dagegen mit dem Erscheinungsbild des Gebäudes ihre Schwierigkeiten. "Mich würde ein Schnitt im Vergleich zu den Nachbargebäuden interessieren", erklärte die Gemeinderätin und Eduard Bosch erinnerte an die Planungsphase im Bereich des ehemaligen Gasthauses Ochsen. Nach einigem Hin und Her habe man dort die Planungen optimieren können.

Mit neun Ja- und vier Gegenstimmen stimmte der Notzinger Gemeinderat dem Aufstellungsbeschluss und der Bürgerbeteiligung zu.