Lokales

Mehrheit gegen Ausweitung der Öffnungszeiten

Die Kirchheimer SPD-Landtagsabgeordnete Carla Bregenzer spricht sich gegen eine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten aus: "Die Freigabe der Öffnungszeiten schadet sowohl unseren Familien als auch den Vereinen und dem Einzelhandel in unseren Städten und Gemeinden."

KIRCHHEIM Die Abgeordnete hat bei der Umfrage in den Ortsmitten der Städte und Gemeinden ihres Wahlkreises bei Vereinen, Kirchengemeinden, Einzelhändlern und Kunden Meinungen und Argumente erfragt. Die überwältigende Mehrheit der Befragten, so Carla Bregenzer, wolle keine Änderung der jetzigen Öffnungszeiten und habe massive Einwände gegen die von der CDU und der FDP beschlossenen völligen Freigabe.

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"Die Befragten gehen davon aus, dass da die Menschen durch die veränderten Öffnungszeiten nicht mehr im Geldbeutel haben bei gleich bleibendem Umsatz höhere Personalkosten anfallen." Es werde befürchtet, dass sich das negativ auf die Preisgestaltung auswirkt und deutliche Wettbewerbsvorteile für die Einkaufszentren auf der grünen Wiese mit sich bringe. Diese Entwicklung grabe den Zentren das Wasser ab, machte Bregenzer deutlich. Besonders betroffen seien Gemeinden im ländlichen Raum, in denen sich die kleinen ortsnahen Läden schon schwer tun. "Bäcker, Metzger vor Ort können bei diesem Wettbewerb nicht mithalten, wird doch heute schon vielfach an der Existenzgrenze gearbeitet", so Carla Bregenzer.

Probleme vor Ort befürchten die Vereine, sowohl für den Trainingsbereich, als auch für die übrige ehrenamtliche Arbeit, die in einem Verein zu leisten ist. Mitglieder, die abends arbeiten müssen oder lieber einkaufen gehen, können nicht gleichzeitig im Verein aktiv sein. Negative Folgen für die Familien vor allem der Beschäftigten aufgrund der immer unregelmäßigeren Arbeitszeiten befürchten laut der Umfrage sowohl die Vereine als auch die Pfarrer. "Unser Leben verliert immer mehr seine Struktur; es wird immer beliebiger, wer wann arbeiten gehen muss. Einen gemeinsamen Fixpunkt wie den Sonntag oder auch die Abende wird es dann nicht mehr geben. Diese Situation schadet allen, ist aber besonders für Familien schwer zu bewältigen", bewertet Carla Bregenzer die neue Regelung. Der Schutz der vier Adventssonntage sei in diesem Zusammenhang zwar erfreulich, aber nicht ausreichend.

Die SPD-Landtagsfraktion habe deshalb einen Gesetzentwurf vorgelegt, der die bisherigen Regelungen bei den Ladenöffnungszeiten festschreibt und der weiteren Ausweitung der Öffnungszeiten einen Riegel vorschiebt. Im Gegensatz zu den Plänen der Landesregierung spricht sie sich beim Schutz der Sonn- und Feiertage dafür aus, die gegenwärtigen Regelungen beizubehalten. Bisher haben die Kommunen die Möglichkeit, an höchstens vier Sonntagen im Jahr verkaufsoffene Sonntage durchzuführen. "Das ist ein ausgewogener Kompromiss, der sowohl dem Interesse des Sonn- und Feiertagsschutzes Rechnung trägt als auch die Interessen der Kommunen berücksichtigt, mit verkaufsoffenen Sonntagen ihre Innenstädte zu beleben", so Carla Bregenzer abschließend.

pm