Lokales

„Meine Nachbarn – die Polen“

KJR lädt zu Schreibwettbewerb ein

Anlässlich seines 60-jährigen Bestehens lobt der Kreisjugendring Esslingen (KJR) einen Schreibwettbewerb für Jugendliche zum Thema „Meine Nachbarn – die Polen“ aus.

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richard umstadt

Kreis Esslingen. Er war tatsächlich da. Polens bekanntester und beliebtester Deutscher, Steffen Möller, ein Fernsehstar im Nachbarland, gab im vergangenen Sommer in der „Linde“ eine Kostprobe seines kabarettistischen Könnens, denn das „Haus der Begegnung“ ist Dreh- und Angelpunkt für das vom Kreisjugendwerk in Kirchheim initiierte Deutsch-Polnische Netzwerk. Hier in der „Linde“ wird am 8. Juni auch die Großleinwand stehen, wenn im Rahmen der Europameisterschaften Jogi Löws Nationalkicker gegen die polnische Mannschaft antreten. Sich das sportliche Großereignis gemeinsam anzusehen, dazu lädt der Kreisjugendring Esslingen sowohl polnische wie deutsche Fans ein.

KJR und Deutsch-Polnisches Netzwerk sind es auch, die jetzt den Schreibwettbewerb „Meine Nachbarn – die Polen“ ausloben. Mitmachen können alle Jugendlichen bis einschließlich 21 Jahre. Gefragt sind Aufsätze, kleine Reportagen, Erlebnisse in Polen oder mit polnischen Nachbarn, Verwandten, Freunden. Es können aber auch Gedichte sein, die per Brief oder E-Mail bis zum 15. Oktober 2008 an den Kreisjugendring Esslingen, Stichwort Schreibwettbewerb, Bahnhofstraße 19, 73240 Wendlingen, oder sekretariat@kjr-esslingen.de eingesandt werden sollen. Bei den Einsendungen soll es sich um eigenständige Arbeiten handeln, benutzte Quellen müssen kenntlich gemacht werden. Dem Sieger winkt ein Wochenendaufenthalt in Warschau, wozu er oder sie noch fünf Freunde oder Freundinnen mitnehmen dürfen. Zweiter Preis ist ein i-Pod, außerdem gibt es noch schöne Buchpreise zu gewinnen.

Das Ganze läuft im Rahmen des Kreisjugendring-Geburtstages, der heuer sein 60-Jähriges feiert. Nicht ganz so alt ist seine Beziehung zu Polen. Noch zu Zeiten des „Kalten Krieges“ und vor Willy Brandts historischem Kniefall überwandt 1967 die erste Gruppe aus dem Kreis Esslingen den „Eisernen Vorhang“. Zwei Jahre danach unterzeichneten der Studentenverband ZSP der TU Warschau und KJR-Vertreter einen ersten Austauschvertrag. Seither gab es regelmäßige Kontakte zwischen den polnischen Studenten und Gruppen aus dem Landkreis Esslingen, bis es aufgrund der Umwälzungen in dem einst kommunistischen Land still wurde in der Telefonleitung zum Studentenverband. Dennoch ließ der Kreisjugendring die Verbindung nicht abreißen. 1980 gab es eine Auschwitz-Ausstellung im Landratsamt und die „Polnischen Tage“. 1989 bändelten Kreis und KJR erneut mit Polen an, und zwar diesmal mit der Akademie der schönen Künste und im Rahmen einer Kunstausstellung mit der Stadt Pruszkow, einem Vorort von Warschau. Diese Kontakte erlebten nach dem „Polnischen Sommer“ im Landkreis 1993 einen neuen Höhepunkt, als 2001 der Landkreis Esslingen und der KJR in Pruszkow einen Partnerschaftsvertrag mit der polnischen Stadt und dem Landkreis Pruszkow unterzeichneten. Inzwischen gibt es einen intensiven Austausch, dessen sichtbares Zeichen der von polnischen und deutschen Schülern gemeinsam restaurierte jüdische Friedhof von Pruszkow ist.