Lokales

Meinungen aus den Fraktionen: Klar für Lkw-Fahrverbot, teils skeptisch bei Tempo 30

„Froh“ darüber, dass die Anwohnerinteressen erfolgreich vertreten wurden, zeigte sich Ötlingens Ortsvorsteher Hermann Kik und zollte Bürgermeister Riemer großes Lob für seine Hartnäckigkeit. In der Abwägung des Für und Wider, die im Ortschaftsrat mit 30 Pro-Stimmen bei einer Enthaltung ausfiel, habe die Priorität klar beim Thema Lärm gelegen: „Das ist ein Durchbruch!“ freute sich Kik. Für Lindorf teilte Dr. Alexander Forkl die Zustimmung, sprach aber von einer gewissen Furcht der Lindorfer Bürger, manch einer könne jetzt durch Lindorf kurven um Ötlingen zu umgehen. „Vom Jahr 2000 bis 2020 wird mit einer Verdoppelung des Lkw-Verkehrs gerechnet“, beschrieb der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Thilo Rose die wachsende Belastung für Menschen an Durchfahrtsstraßen und sandte das klare Signal der CDU, dem Lkw-Lenkungskonzept zuzustimmen. Umstritten sei allerdings bei den Bürgern die generelle Tempo-30-Regelung. „Wir hoffen auf eine Verstetigung des Verkehrs“, unterstrich Rose, dass die Wohnqualität an den genannten Straßen erhalten werden solle. „Dies ist der richtige Einstieg“, meinte auch Reinhold Ambacher von den Freien Wählern und verwies darauf, dass Lärm, Abgase und Schmutz krank machten. Er sah eher das Problem effektiver Kont­rolle und des Umleitungsverkehrs bei Unfällen auf der Autobahn. „Ganz klar für das Lkw-Lenkungskonzept“ sprach sich auch Marc Eisenmann für die SPD aus. Tempo 30 sei schon allein aufgrund des Lärmaktionsplanes unerlässlich. Auch die Ötlinger Südumfahrung solle planerisch weiterverfolgt werden – wer weiß, ob sich nicht noch ein Türchen auftut. Eine Art Kommode mit vielen Schubladen stellt die Problematik für Albert Kahle (FDP/KiBü) dar: Ziehe man eine Schublade raus, klemme die nächste. Das habe man schon bei der Einführung der Lkw-Maut sehen können, die für die Verkehrszunahme gesorgt habe. Tempo 30 wiederum verlagere die Staus eben auf die Flächen vor dem Temposchild, so seine Befürchtung. „Die Diskussion ist müßig, und das ist gut so“, verwies CIK-Vertreter Hans Kiefer auf die Tatsache, dass das Lkw-Durchgangsverbot ohne Tempo 30 nun mal vom Regierungspräsidium nicht genehmigt werde. Ohnehin käme dies dem Lärmaktionsplan entgegen. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Sabine Bur am Orde-Käß lobte die interkommunale Zusammenarbeit und die Tatsache, dass sich auch im Ratsgremium in den Köpfen etwas weiterentwickelt habe. Bei der ersten Diskussion des Vorschlags im Mai 2013 hatte sich das Gremium nur zu Tempo 30 nachts durchringen können. Das wurde, wie von den meisten erwartet, vom RP abgeschmettert. Auch Eva Frohnmeyer-Carey von der Frauenliste zeigte sich überzeugt, dass die Lebensqualität an den Durchgangsstraßen durch die Temporeduzierung und das Lkw-Konzept steigen werde. Allerdings empfand sie es als bedauerlich, dass letztlich nur gut zwölf Prozent des Lkw-Durchfahrtsverkehrs beseitigt werden könne.ist

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