Lokales

Meinungsaustausch, Stadtrundfahrt und Besuch des Bundestags

Voller Erwartungen und mit großem Gepäck starteten 30 Teilnehmer der Lebenshilfe zu einer Studienfahrt nach Berlin. 17 Menschen mit Behinderung, 13 Eltern und Betreuer fuhren vom Bahnhof Kirchheim ab.

KIRCHHEIM Begonnen hatten die Kontakte zu Michael Hennrich MdB und Rainer Arnold MdB bei einem Seminar zur Bundestagswahl im Jahr 2002. Ein Jahr später berichteten die drei gewählten Abgeordneten des Wahlkreises, Hennrich, Rainer Arnold und Uschi Eid den Mitgliedern der Lebenshilfe aus ihrer Arbeit in Berlin. Michael Hennrich versprach, eine Einladung der Lebenshilfe nach Berlin zu einem Besuch des Bundestags zu ermöglichen und stellte die Kontakte zum Bundesbeauftragten für die Belange behinderter Menschen Karl Hermann Haak her. Hennrich und Haak ermöglichten auch diese Studienfahrt mit einem Fahrtkostenzuschuss. Über die Parteigrenzen hinweg beteiligte sich auch Rainer Arnold und sagte seine Teilnahme an dem Besuchstermin im Bundestag zu.

Anzeige

Vorab fanden Infotreffen und Gesprächs statt, in denen Programm, Themen und Einzelheiten zu klären waren. Gerhard Thrun und Susanne Wiesinger stellten ein Programm zusammen, das vielen Bedürfnissen und den Möglichkeiten der Teilnehmer Rechnung trug. Ein buntes Programm erwartete die Teilnehmer der Studienfahrt, gemixt aus politischer Bildung und Gesprächen im Gesundheitsministerium, im Bundestag, mit den Mitgliedern des Bundestages Arnold und Hennrich und in der Landesvertretung des Landes Baden-Württemberg.

Natürlich nutzten die Mitglieder der Kirchheimer Lebenshilfe auch die Studienfahrt zu einem Besuch in einer Berliner Werkstatt, in Wohneinrichtungen und zum Meinungsaustausch mit dem Berliner Rat der Lebenshilfe, einem Gremium der Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung innerhalb der Lebenshilfe Berlin. Auch die touristischen Aspekte kamen nicht zu kurz mit Stadtrundfahrt und Besuch von Fernsehturm am Alexanderplatz, Erlebnisausstellung "Story of Berlin" Potsdam und dem Musical "Hexen" im Friedrichsstadtpalast.

Nach einer anstrengenden Bahnfahrt begrüßte die Gruppe ein verregnetes Berlin. Ankunft am Bahnhof Zoo, mit dem Bus und zu Fuß zum Hotel an der Prenzlauer Allee. Nach dem Abendessen erwartete die Kirchheimer Berlin. Das Brandenburger Tor bei Nacht, die Baustelle mit dem Mahnmahl für die Opfer des Holocausts, das Sony-Center mit der bunten Kuppel.

Am nächsten Tag lag leider der "Alex" der Fernsehturm am Alexanderplatz noch im Nebel. Stattdessen besuchte man auf dem Weg ins Ministerium für Gesundheit und Soziales den ältesten Teil Berlins, das Nikolaiviertel. Häuser, die Nikolaikirche und der alte Spreehafen erzählten interessante Geschichten. Im Ministerium für Gesundheit und Soziales informierte Helga Wurzer über die Struktur und Organisation des Ministeriums und die Aufgaben der Staatssekretäre. Sie stellte die Arbeit des Bundesbeauftragten für die Belange behinderter Menschen, Karl Hermann Haak, und der Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Helga Kühn-Mengel, dar. Neben den Abgeordneten sichern diese beiden direkten Kontakt für Anfragen und Probleme der Menschen mit Behinderung, was die Fragen der Gesundheitsreform betrifft. Die Fragerunde und die Diskussion stand deshalb auch im Zeichen der Gesundheitsreform und deren Auswirkungen auf den Alltag der Menschen mit Behinderung. Mit vielen Broschüren und Infomaterial verließ man das "Kleist-Haus". Am Nachmittag führte eine Stadtrundfahrt mit einem Spezialbus für Rollifahrer durch die bekannten Stadtteile von Berlin.

Der nächste Tag war der Besuchstag im Bundestag. Auf der Tribüne des Plenarsaals konnte man noch den Schluss einer Rede von Wirtschaftsminister Clement hören. Es war für alle beeindruckend, den Bundestag live zu erleben, statt nur über Bilder und Fernsehen. Noch anschaulicher war das Gespräch mit den Abgeordneten Hennrich und Arnold aus dem Wahlkreis sowie dem Beauftragten für Menschen mit Behinderung der CDU, Hubert Hübbe. Beide Abgeordneten berichteten aus ihrer Arbeit in den Ausschüssen, im Bundestag und im Wahlkreis. Die Antworten der Abgeordneten zu ihrem Arbeitsalltag fand reges Interesse bei der Gruppe. 26 Wochen Arbeit in Berlin, 26 Wochen Arbeit im Wahlkreis, davon viele Termine am Wochenende das war anschauliche Information wie die Abgeordneten ihr Mandat wahrnehmen. Beide Politiker forderten die Mitglieder der Lebenshilfe auf, sich bei Fragen und Problemen an das Büro im Wahlkreis zu wenden.

Der Besuch der Landesvertretung Baden-Württemberg am nächsten Tage, beschloss das politische Programm. Kontakte zu den Werkstätten für Menschen mit Behinderung, Besuche bei Wohnstätten und beim Berliner Rat einem Gremium zur Selbstbestimmung innerhalb der Lebenshilfe Berlin nahmen breiten Raum ein. Beide Gruppen der Berliner Rat und Mitglieder des Beirats der Lebenshilfe Kirchheim möchten eigene Vorstellungen und Ideen in die Arbeit der Lebenshilfe einbringen und dort ihre Interessen vertreten. Es entstand ein Informationsaustausch über Themen und wie man Ideen und Vorschläge in den Gremien diskutieren und verwirklichen kann. Markus Schmidt von der Lebenshilfe Kirchheim hatte Kontakte zu einem jungen Mann nach Berlin geknüpft, der in einem Programm "Einzelbetreutes Wohnen" lebt. Eine Gruppe informierte sich über die Möglichkeiten des individuellen Wohnens und der individuellen Betreuung, insbesondere von Menschen mit Körperbehinderung.

cbu