Lokales

"Menschen gerettet" und "Brand bekämpft" wie die Großen

Für die Bissinger Jugendfeuerwehr bildete die Hauptübung am Samstag auf dem Hof Nägele den krönenden Abschluss des Berufsfeuerwehrtages. Dabei stellte der Nachwuchs unter Beweis, dass er auch im Zusammenspiel mit anderen Wehren und dem Jugend-DRK die ihm gestellten Aufgaben mit Bravour meistern konnte.

RICHARD UMSTADT

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BISSINGEN Um 14 Uhr wurde per Handy Alarm ausgelöst. Auf dem Aussiedlerhof Nägele war es bei Wartungsarbeiten an einem Traktor im Geräteschuppen zu einem "Unfall" gekommen. Der Schuppen fing Feuer, der Hofbesitzer lag bewusstlos und eingeklemmt unter dem Schlepper, drei weitere Personen wurden verletzt. So lautete die Übungsvorgabe, die sich in Nichts von einer Aufgabenstellung für die erwachsene Wehr unterschied, wie stellvertretender Kommandant Bernhard Greiner erklärte, der die Hauptübung für die zahlreichen Zuschauer über Lautsprecher moderierte.

Fünf Minuten nach Alarmierung traf mit dem Mannschaftstransportwagen auch Einsatzleiter Armin Holder ein. Er verschaffte sich sofort ein Bild der Gefahrenlage und forderte daraufhin die Jugendfeuerwehren von Nabern und Schopfloch sowie das Jugend-Rotkreuz aus Weilheim an. Drei der Verletzten wurden inzwischen von jungen Feuerwehrleuten in Sicherheit gebracht. Andere, die mit dem Tanklöschfahrzeug TLF 8/18 sowie dem Löschfahrzeug LF 16 eintrafen, bauten sogleich die Wasserversorgung von der Zisterne des Hofes aus auf. Der Brand hatte sich rasch in dem offenen Schuppen ausgeweitet und bedrohte das Wohnhaus.

Bis die Verstärkung aus Nabern und Schopfloch eintraf, hieß es bei den Bissingern bereits "Wasser marsch!", um den eingeklemmten Hofbesitzer vor den Flammen zu schützen. Währenddessen baute die Schopflocher Jugendwehr vom Hydranten an der Haubrücke aus eine unabhängige Wasserversorgung bis zum Naberner Löschfahrzeug auf. Bekämpfte die Naberner Jugendwehr das Feuer von der offenen Seite des Schuppens, so bildeten die Bissinger zwischen dem Gebäude und dem Wohnhaus eine Riegelstellung, damit der Brand nicht übergreifen konnte.

Das Team vom Jugend-Rotkreuz versorgte inzwischen die drei Verletzten, andere Helfer widmeten sich dem eingeklemmten Hofbesitzer, bei dem "innere Verletzungen" vermutet wurden. Eine kniffliche Situation, bei der die jungen Einsatzkräfte vorsichtig zu Werke gehen mussten. Mit Hilfe einer Winde wurde der schwer verletzte Mann aus seiner misslichen Lage befreit und aus dem Gefahrenbereich gebracht.

Aus insgesamt sechs Rohren konnte das Feuer schließlich erfolgreich bekämpft werden. Dann kam für die insgesamt rund 45 Jugendlichen der weniger spannende Teil der Übung: Schläuche einrollen, aufräumen und die Fahrzeuge wieder einsatzbereit machen.

"Das war eine Klasse Leistung der Jungen und Mädchen", kommentierte Bernhard Greiner am Ende den Einsatz der Jugendlichen. Dem schlossen sich auch gerne Bissingens Bürgermeister Wolfgang Kümmerle und der Gesamtkommandant der Bissinger Wehr, Karl Weil, an. Ziel der Hauptübung war es, im Zusammenspiel der verschiedenen Jugendwehren die Menschenrettung, den Aufbau der Wasserversorgung sowie die Brandbekämpfung mit Riegelstellung zu üben.

Im Rahmen des Berufsfeuerwehrtages waren die 17 Jungen und ein Mädchen der Bissinger Jugendfeuerwehr bereits am Freitag mit verschiedenen Alarmübungen konfrontiert worden, die sich am Samstag fortsetzten. So galt es eine "Ölspur" zu binden, eine "vermisste Person" zu suchen, ein Tier zu "retten" und auf einen Brandmelderalarm zu reagieren. Jugendwart Armin Holder war mit seinem Team sichtlich zufrieden.