Lokales

Menschen- und Gottesdank

Nein, wir haben uns nicht verirrt. Wir sind nicht in der Obst- und Gemüseabteilung im Supermarkt. Wir sind tatsächlich in der Kirche.

Am Sonntag ist Erntedankfest. Die reich geschmückten Altäre mit den Früchten des Feldes sollen den Dank verdeutlichen. Auch in einem vom Wetter her schwierigen Jahr und mit großem Schädlingsbefall sind Früchte geworden. Deshalb: Erntedank! Kartoffeln, Zwiebeln, Getreide, Kraut, Äpfel und so weiter, sie lassen sich nun mal nicht in einer Fabrik herstellen. Wir müssen warten, was die Natur hervorbringt.

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Und daran sind Menschen beteiligt. Erntedankfest, auch eine Gelegenheit den Menschen zu danken, die für solche Ernte hart arbeiten. Danke den Landwirten, den wenigen, die das noch im Vollerwerb tun, den vielen, die "nebenbei" die Felder bebauen, die Baumwiesen pflegen. Ihre Arbeit ist nicht leicht, aber unverzichtbar. Sie stehen in einem schwierigen europa-weltweiten Wettbewerb und oft ist kaum etwas verdient. Die Erzeugerpreise sind manchmal beschämend gering. Deshalb bewusst Erntedank auch als Menschendank: Für ihren oft harten Einsatz, für ihre Achtung vor der Natur, für ihre Ausdauer und Geduld.

Erntedank-Menschendank, im Tiefsten ist das Gottesdank. Er hat die Garantie für die Ernte, für den Ertrag menschlicher Arbeit übernommen. Er verspricht: "Solang die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte,..." (1. Mose, Kapitel 8, Vers 22). Es lohnt sich, diese Verse im 1. Mosebuch wieder einmal nachzulesen. Jede Kartoffel, jeder Apfel bestätigen dieses Versprechen Gottes. Wir leben von seiner Treue. Er erhält diese Welt und unser Leben.

Auf dem Erntedankaltar stehen traditionell auch Brot und Wein. Dies sind Zeichen für Gottes Liebe. Er will nicht nur erhalten, sondern ewig selig machen. Brot und Wein deuten auf das Abendmahl und damit auf den Tod des Gottessohnes Jesus. Er starb, damit wir leben können, er hat sich für unser Versagen gegeben. Er "erweckt" das, was wir gesät haben, nämlich letztlich das Vergehen. Erntedank ruft uns so hinein in den Jesusdank. Wer ihm vertraut "lebt", hat die Zusage der Ewigkeit.

Ich wünsche Ihnen einen "dankbaren" Sonntag!

Dr. Heiko Krimmer

Pfarrer in der evangelischen

Kirchengemeinde Dettingen