Lokales

Mentoren bewegen Kirchheim

In Baden-Württemberg gibt es mehr Ehrenamtliche als in jedem anderen Bundesland. Diese erfahren zwischenzeitlich nicht nur öffentliche Aufmerksamkeit, sondern werden auch von vielerlei Institutionen unterstützt und gefördert. Vier Kirchheimer haben jetzt beim Paritätischen Bildungswerk in Stuttgart einen Qualifizierungskurs für das Ehrenamt besucht und sind nun Mentorentrainer.

KIRCHHEIM Ihre Erfahrungen geben die vier Kirchheimer in einem Bürgermentoren-Kurs an all jene weiter, die sich bereits ehrenamtlich engagieren oder sich vielleicht auch nur für ein Projekt auf Zeit einbringen möchten. Kein Zweifel, es gibt viel zu tun in einer von Hektik, Vereinsamung und oft auch Ziellosigkeit geprägten Gesellschaft, die viele Menschen mittelbar oder unmittelbar verspüren. Um hier mitzumischen und die verschiedensten, oft nicht klar umrissenen Interessen von Mitbürgern hervorzukehren, zu bündeln und auch zu vernetzten, haben sich Barbara Kenner, Anja Mayer und Joachim Diefenbach zu Mentorentrainern ausbilden lassen, die sich alle auf vielfältige Weise schon lange ehrenamtlich engagieren und allesamt im Kirchheimer Klosterviertel zu Hause sind. Vierte im Bunde ist die Sozialpädagogin Helga Weis, die sowohl für das Landratsamt Esslingen als auch für die Stadt Kirchheim tätig ist und somit die "offizielle" Seite repräsentiert.

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Dieses Team wird ab November einen Qualifizierungskurs anbieten, in dem sich Interessenten zu Bürgermentoren ausbilden lassen können. Im Vorfeld gibt es hierzu im Oktober einen unverbindlichen Informationsabend. Bei Kursende überreicht Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker dann den frisch gebackenen Bürgermentoren ein Zertifikat.

Ein erstes Mentorentrainer-Team gab es bereits im Jahr 2003. Es setzte sich damals aus den auch heute noch aktiven, ehrenamtlich tätigen Bürgern Hermann Kölle, Tilmann Walther sowie Heike Kunz von der Fachstelle Bürgerengagement beim Amt für Familie und Soziales der Stadt Kirchheim zusammen. Ein Ergebnis ihres Engagements ist unter anderem das zwischenzeitlich in Kirchheim wohl bekannte Projekt Klosterviertel, das unter dem Motto "Lebensraum von 0 bis 100" immer mehr Gestalt annimmt.

So verwundert es nicht, dass sich gerade Bewohner des Klosterviertels sich für das Mentorentum begeistern und sich weiter engagieren. Den Anstoß zur Mentorentrainer-Ausbildung hatte Roland Böhringer gegeben. Der Leiter des Amtes für Familie und Soziales sieht diese Art der freiwilligen Weiterbildung als eine Chance für Kirchheim, auf Mitbürger bauen zu können, die sich als Türöffner, Berater, Unterstützer oder Netzwerker verstehen. Dabei geht es nicht um eine Konkurrenz zu bereits bestehenden Formen bürgerschaftlichen Engagements wie beispielsweise Vereinen, Selbsthilfegruppen oder dem Bürgerbüro sondern um eine Ergänzung, mitunter auch auf anderen Ebenen und mit anderer Ausrichtung. Wohl aber mit dem Ziel, das Wir-Gefühl in Kirchheim und den Ortsteilen zu stärken, eine Atmosphäre sozialer Wärme zu fördern und Verbesserungen in vielen Bereichen zu ermöglichen, also die Bürgergesellschaft weiter zu entwickeln.

Wer den Kurs wahrnehmen will, sollte sich für seine Mitbürger und die Stadt interessieren. Frauen und Männer mit entsprechender Lebenserfahrung sind willkommen. Es wäre aber auch schön, wenn sich jüngere und auch ausländische Bürger einbinden ließen.

Ein unverbindlicher Informationsabend zum Kurs beginnt am Montag, 17. Oktober, um 19 Uhr im Spital, Max-Eyth-Straße 18 in Kirchheim. Der Kurs selbst geht von November bis Februar und umfasst etwa 40 Stunden. Er wird im Rahmen des Landesnetzwerkes Bürgerengagement mit finanzieller Unterstützung durch die Landesstiftung Baden-Württemberg und in Zusammenarbeit mit der Stabsstlle Bürgerengagement im Sozialministerium Stuttgart durchgeführt.

Da sich auch die Stadt Kirchheim beteiligt und die Mentorentrainer Ehrenamtliche sind, kostet er die Kursteilnehmer nichts.

jd