Lokales

Merkwürdige Erscheinung

Nun ist es wieder so weit. In vielen Gemeinden ziehen an den Tagen vor und nach dem 6. Januar die als Sternsinger verkleideten Drei Könige von Haus zu Haus. Sie singen ein Lied, tragen ein Gedicht vor, schreiben auf den Türbalken "C+M+B" (Christus mansionem benedicat Christus segne dieses Haus) sowie die Jahreszahl 2007. Und sie bitten um eine Spende für Kinder, die Not leiden. Dieser Brauch hat mit den Magiern zu tun. Am 6. Januar feiert die Kirche das Fest der Erscheinung Christi mit dem griechischen Begriff der Epiphanie.

Die Magier, die weit entfernt von Israel lebten, eine andere Kultur verkörperten und einen anderen Glauben hatten, bei denen sich Astronomie und Astrologie vermischten, hatten eine merkwürdige Erscheinung am Himmel beobachtet. Wenn sie diese Erscheinung recht deuteten, dann musste sich etwas Weltbewegendes ereignet haben.

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Der sagenhafte Stern ließ sie nicht ruhen, er brachte sie auf den Weg. Es ging durch Wüste und Einöde vor allem, die Reise dauerte lange. Fast hätten sie ihr Ziel verfehlt, als sie zuerst zu König Herodes kamen und enttäuscht feststellen mussten, dass es im Palast gar keinen neugeborenen König gab. Weitergeleitet wurden sie durch einen Traum. Sie erreichten den Stall in Bethlehem und beteten diesen König an.

Eine merkwürdige Erscheinung, das war der Ausgangspunkt ihrer Expedition gewesen. Über dem Beobachten und Studieren fanden sie das Kind in der Krippe.

War es in unserem Leben nicht auch schon so, dass hinter zunächst merkwürdigen Erscheinungen sich etwas anderes verborgen und uns in Unruhe versetzt hatte?

Haben vielleicht Begegnungen mit Menschen uns zur Krippe geführt, zu dem, der alles bewegt und in Händen hält?

Ich wünsche uns allen, dass wir im neuen Jahr uns auf manche zunächst unerklärlichen Erscheinungen einlassen können und dahinter vielleicht Gottes Wirken entdecken. Pfarrer Johann-Albrecht Link Evangelische Kirchengemeinde Erkenbrechtsweiler