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Merkwürdige Gebilde wecken die Begeisterung der Kinder

Wer derzeit in Kirchheim unterwegs ist, wundert sich über die merkwürdigen Gebilde am Eingang zur Fußgängerzone. Kindern ist schnell klar: Die drei Stahlhalme vor der Stadtbücherei sehen nicht nur interessant aus, sie haben auch praktischen Nutzen. Im Handumdrehen ist das Spielgerät erobert, und Eltern können zehn Minuten mehr für ihren Einkauf einplanen.

KIRCHHEIM Das Spielgerät, das im Beisein von Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker kürzlich feierlich eingeweiht wurde, sorgt nicht nur bei den Kleinen für Freude. Es ist das Geschenk der Kirchheimer Firma Köber Garten- und Landschaftsbau anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens. "Seit einem halben Jahrhundert sind wir nun in der Region verwurzelt. Da war es für uns selbstverständlich, unsere Freude auch mit anderen zu teilen", erklärt Geschäftsführer Uwe Köber. Die Firma ist seit vielen Jahren Partner der Stadt in Kirchheim in Sachen Landschaftsbauarbeiten

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Vater Hans Köber startete unter schwierigen Bedingungen. Seine Lehre absolvierte er in den letzten Kriegsjahren. Nach mehreren Tätigkeiten in verschiedenen Landschaftsbaubetrieben und bestandener Meisterprüfung war es am 20. April 1956 endlich so weit: Hans Köber gründete sein eigenes Unternehmen, beschäftigte den ersten Mitarbeiter und ließ sich einen Stapel Visitenkarten drucken. Die waren seinerzeit noch ohne Telefonnummer, denn ein Telefon besaß er nicht. "Das war damals aber kein Problem", erinnert sich Hans Köber. "Wenn jemand etwas wollte, kam er einfach vorbei."

Tatsächlich fanden viele den Weg zu ihm. Seither ist die Firma kontinuierlich gewachsen. Über 600 private Gärten, zahlreiche Fußgängerzonen, Außenanlagen von Schulen, Kindergärten und Krankenhäusern sowie eine Vielzahl an Friedhöfen, Sportplätzen und Freibädern verdanken ihr Aussehen dem Kirchheimer Team. Köbers Erfolgsrezept: individuelle Beratung, ausgeprägte Fachkompetenz, hohe Motivation und bestens ausgebildete Mitarbeiter.

Hans Köber erhielt mehrere Auszeichnungen auf Bundes- und Landesgartenschauen, engagierte sich langjährig als Prüfungsmeister und bildete insgesamt über 50 Lehrlinge aus. "Die richtige Motivation ist das A und O", sagt Köber. Und diese Motivation hatte er immer. Auch auf dem Sportplatz konnte man ihn mitunter bis in die späte Nacht erleben.

Heute hat er nicht nur dieses Feld den Jüngeren überlassen: Seit Mitte der 90er-Jahre führt Sohn Uwe das Familienunternehmen und verfolgt dabei den Anspruch seines Vaters konsequent weiter. Mit frischen Ideen und einer Portion Innovationsbereitschaft hat er neue Geschäftsfelder erschlossen und so vielleicht die Weichen für die nächsten 50 Jahre gestellt. Von seinen derzeit 25 Mitarbeitern sind sieben Auszubildende. Der Diplomingenieur weiß und darin sind sich Vater und Sohn völlig einig , dass heutzutage nur eine hervorragende Ausbildung den gesicherten Start ins Berufsleben garantiert.

Die Kinder in der Fußgängerzone interessiert das jetzt noch nicht so sehr. Aber wer weiß, vielleicht lernt der eine oder andere bei Köber später einmal selbst, Spielgeräte aufzustellen. Einstweilen genießt es der Nachwuchs aus Kirchheim und Umgebung, nach Herzenslust zu toben.

Wie Grünflächenamtsleiter Jürgen Völker mitteilte, stellen die neu eingeweihten Geräte den Auftakt dar für das vom Gemeinderat beschlossene Spielkonzept Innenstadt. Ziel ist, an vielen Stellen Spielpunkte zu schaffen. Der erste Komplex mit den Stahlhalmen hat inklusive Einbau einen Wert von 10 000 Euro. Auch für andere Einzelmaßnahmen setzt die Stadt nun auf weitere Sponsoren.

tb