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Michael Hennrich übergibt Vorsitz an Reinhard Spieth

Im Zeichen des Wechsels stand die Mitgliederversammlung des Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümervereins Kirchheim und Umgebung. Michael Hennrich übergab nach sechs Jahren Tätigkeit als Vorsitzender sein Amt an Reinhard Spieth, den bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden. Als neuer Stellvertreter wurde Gregor Küstermann gewählt.

PETER SCHUSTER

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KIRCHHEIM Kirchheims Bürgermeister Günter Riemer lobte in seinem Grußwort die Bemühungen des Vereins um die Wohnungssituation in der Stadt. Dies sei wichtig, da die Einwohnerschaft Kirchheims seit 1980 um etwa 8 000 Personen zugenommen hat und kurzfristig sogar ein weiterer Anstieg zu erwarten sei. In seinem Rechenschaftsbericht verwies Michael Hennrich auf die Aktivitäten der letzten Jahre: "Die Beratungszeiten als Serviceangebot für die Mitglieder konnten stark ausgebaut werden." In den vergangenen sechs Jahren stieg die Mitgliederzahl auf "aktuell über 2 000". Darüber hinaus fanden regelmäßige Gespräche von "Haus und Grund" mit der Stadtverwaltung statt.

Reinhard Spieth, der einstimmig zum neuen Vorsitzenden des Haus-, Grund- und Wohnungseigentümervereins gewählt wurde, dankte Michael Hennrich unter anderem dafür, dass er eine neue Satzung ausgearbeitet und den Kirchheimer Verein im Landesausschuss hervorragend vertreten hatte. Das wurde durch Dr. Rolf Kornemann, den Vorsitzenden von "Haus und Grund" Baden-Württemberg, bestätigt, der Michael Hennrichs Engagement für den Haus- und Grundeigentümerverein auf Landesebene würdigte. Der Landesvorsitzende begrüßte, dass "Michael Hennrich im Landesausschuss aktiv bleiben wird, und als Bundestagsabgeordneter die Anliegen von Haus und Grund auch in der Politik vertritt."

Adolf Rubenwolf erhielt für 25 Jahre Beratertätigkeit bei "Haus und Grund" vom Landesvorsitzenden die silberne Ehrennadel überreicht. Der neue Vorsitzende von "Haus und Grund" Kirchheim und Umgebung, Reinhard Spieth, ist von Beruf Rechtsanwalt und seit 15 Jahren in der Rechtsabteilung bei der Kreissparkasse Esslingen tätig. Reinhard Spieth möchte sein Amt "in der Verantwortung ausüben, die gegenüber Mitgliedern notwendig ist, welche die Leistungen ihres Vereins nachfragen." Spannend wurde es beim Wahlgang um den stellvertretenden Vorsitzenden. Drei Kandidaten warben um die Stimmen der Mitglieder. Im ersten Wahlgang konnte sich der Immobilienmakler Gregor Küstermann gegen die Mitbewerber, die Rechtsanwältin Stephanie Heemann und den Rechtsanwalt Günther Lang, durchsetzen.

Die Auswirkungen der Verwaltungsreform auf den Landkreis Esslingen beschrieb Landrat Heinz Eininger in seinem Hauptreferat. Durch die Verwaltungsreform wurden verschiedene Behörden, die seither ihre Eigenständigkeit hatten, in die Landratsämter eingegliedert. "Aus drei Forstämtern, die bisher auf Kreisebene tätig waren, wird jetzt ein Kreisforstamt." Das Straßenbauamt in Kirchheim, berichtete der Landrat, ist künftig auch mit für den Kreis Göppingen zuständig: "Die Zuständigkeit für die Kreisstraßen sowie die Unterhaltung der Bundes- und Landesstraßen wurden auf das Landratsamt Esslingen übertragen."

Teile der Aufgaben der Gewässerdirektion wie Wasserecht, Wasserwirtschaft, Umwelt- und Bodenschutz gehen ebenfalls auf das Landratsamt über. Konzentriert wurde die Vermessungsverwaltung: "Anstelle von zwei Außenstellen des Staatlichen Vermessungsamts gibt es für die Zukunft eine Behörde in Esslingen." Für die Bürger und die Wirtschaft würden Verwaltungsabläufe vereinfacht und auf die bürgernahen unteren Ebenen verlagert, was aus der Sicht des Landrats zu mehr Zufriedenheit bei Bürgern und Unternehmern führt.

Eine "Einsparquote von 20 Prozent an Sach- und Personalkosten bis zum Jahr 2011" wurde dem Landkreis im Rahmen der Verwaltungsreform vorgegeben. Mit sorgenvollem Blick sieht Heinz Eininger auf die Aufgaben im sozialen Bereich, die für den Kreis im Zuge der Auflösung der Landeswohlfahrtsverbände hinzugekommen sind. So ist der Landkreis jetzt für die Eingliederungs- und Behindertenhilfe zuständig. Der Kreis wurde von der Sozialhilfe entlastet, muss jetzt aber für die Wohnkosten der Hartz IV-Empfänger aufkommen. In den hohen sozialen Ausgaben, die dadurch entstehen, sieht Landrat Heinz Eininger die Handlungsspielräume des Landkreises zunehmend eingeschränkt.

"Die Kosten für Soziales zehren mittlerweile den größeren Teil der Kreisumlage auf. Von 176 Millionen Euro an Einnahmen durch die Kreisumlage müssen mittlerweile 144 Millionen an Sozialleistungen ausgegeben werden." Langfristig sieht der Esslinger Landrat nur bei geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen und einer anderen Haltung jedes Einzelnen eine Chance, die Ausgabenseite zu begrenzen und die kommunalen Haushalte zu entlasten: "Wir müssen den Wechsel von einer Anspruchsgesellschaft zu einer Verantwortungsgesellschaft vollziehen." Nur dann wird aus Sicht des Landrats das kommunale Gemeinwesen seine Aufgaben auch künftig erfüllen können.