Lokales

Migranten jetzt Senioren

"Als Gastarbeiter sind sie gekommen, als Mitbürger kommen sie jetzt in das Seniorenalter." Mit dieser Feststellung konfrontierte der türkisch-stämmige Sozialberater Feridun Urgancelou aus Esslingen den Kreisseniorenrat bei seiner Vorstandssitzung im neuen DRK-Pflegeheim Neckarstift in Nürtingen.

NÜRTINGEN "Die meisten Migranten im Seniorenalter haben einen deutschen Pass und fühlen sich hier zu Hause", stellte Urgancelou fest. Die Fragen mit denen sich diejenigen beschäftigen, die einst kamen, um für einige Jahre zu arbeiten, dann zurückzugehen und nun hier eine zweite Heimat gefunden haben, sind vielfältig: Wie sieht mein Alter in Deutschland aus? Woher bekommen wir Hilfe, wenn wir nicht mehr selbstständig leben können und unsere Familienstruktur dies nicht mehr zulässt? Wo gibt es Heimplätze mit muttersprachlichem Personal? Und letztlich: Wie sieht die Begräbnisstätte aus, die meiner religiösen Heimat entspricht?

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In der Diskussion ergab sich Bereitschaft, auf diese Fragen einzugehen und sie dorthin zu transportieren, wo sie zumindest in Teilen beantwortet werden können. Man war sich einig, dass der begonnene Dialog fortgesetzt werden muss. Die verschiedenen Schritte, die zur Berechnung des Pflegesatzes in den Heimen führen, wurden ebenfalls vorgestellt. Die Voraussetzungen, die für eine Änderung des Pflegesatzes vorliegen müssen, kamen zur Sprache. Anhand der Darstellungen wurde deutlich, welche hohen Kosten auf die Heimbewohner und ihre Angehörigen auch in der Zukunft zukommen werden.

Einigkeit bestand darin, dass bei allen Schwierigkeiten die Qualität in den Pflegeheimen erhalten bleiben muss. Dies zu garantieren, wird sich der Kreisseniorenrat mit seinem Projekt "Vertrauen in die Pflege" auch weiterhin bemühen. Die Mitgliederversammlung wird mit dem Schwerpunkt "Schlaganfall und Prävention" am 18. April 2005 stattfinden.

pm