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Minimalziel erreicht

Der VfL Kirchheim überwintert in der Oberliga auf einem Nichtabstiegsplatz mit einem Zwei-Punkte-Polster auf den Tabellensiebzehnten.

KLAUS-DIETER LEIB

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ZUZENHAUSEN Die Erleichterung war VfL-Trainer Michael Rentschler nach dem Abpfiff der Partie gegen 1899 Hoffenheim II förmlich ins Gesicht geschrieben. Auch deshalb, weil die Vorzeichen für ein erfolgreiches Unternehmen bei der U23-Auswahl des Fußball-Zweitligisten alles andere als gut waren. Mit den Mittelfeldakteuren Coskun Isci, Emrah Polat und Torsten Raspe musste das Kirchheimer Trainerduo gleich auf drei wichtige, kreative Spieler verzichten. Umso erstaunlicher, dass den Teckstädtern der angestrebte Punktgewinn glückte. Zu verdanken war es dem 1:1-Torschützen Ferdi Er, der zudem mit seinem enormen Fleiß unter Beweis stellte, wie wichtig er für die VfL-Mannschaft ist. Nicht so richtig freuen konnte sich dagegen Kapitän Mario Grimm über das Remis in Zuzenhausen. "Ich bin nicht zufrieden", meinte er kurz angebunden es war wohl die Rote Karte in der 89. Minute gegen ihn, die für den Verdruss sorgte.

Einen gelungenen Einstand feierte bei den Kirchheimern A-Juniorenspieler Armin Ohran (18), der erstmals in der Startformation der Oberligamannschaft stand, nachdem der Youngster eine Woche zuvor in der Partie gegen die Stuttgarter Kickers II kurz vor Schluss eingewechselt worden war. Auf der einen Seite überschwängliche Freude über einen unerwarteten Punktgewinn, auf der anderen viel Kofschütteln. "Wir waren die bessere Mannschaft", haderte Hoffensheims Trainer Rainer Scharinger, "wir sind einfach zu unerfahren, um so eine Begegnung sicher nach Hause zu schaukeln."

Mit zwölf Punkten überwintert der VfL Kirchheim auf dem 15. Tabellenplatz. Der Rückblick von Michael Rentschler auf die ersten 17 Oberligaspiele fällt nüchtern aus. "Das Erfreulichste ist, dass wir auf keinem Abstiegsplatz stehen", kritisiert er, "es dauerte einfach zu lange, bis sich mancher Spieler weiterentwickelt." Trotzdem: Der halbwegs erfolgreiche Jahresabschluss mit dem nicht erwarteten Punktgewinn in der Fremde, war nach der Rückkehr aus Hoffenheim mit ein Grund für die fröhliche Stimmung auf der anschließenden Weihnachtsfeier in den Geschäftsräumen vom Marketingchef Nico Jakuborska. Personalie am Rande: Aus beruflichen Gründen wird Abwehrspieler Marko Lovric den VfL Kirchheim verlassen, sein bis zum Juni 2009 laufender Vertrag wurde vorzeitig aufgelöst. Angreifer Feriz Meha weilte unter der Woche zum Probetraining beim Regionalligisten SSV Reutlingen, bei dem seit dem vergangenen Sommer auch Bruder Alban Meha spielt. "Uns liegt allerdings bislang keine offizielle Anfrage für eine Verpflichtung seitens der Reutlinger vor", betont VfL-Geschäftsführer Walter Rau. Klar ist allerdings, dass der VfL in der Winterpause personell nachbessern wird und wohl auch muss. Ein Thema unter der Teck ist erneut der Notzinger Milan Klapsia (SSV Ulm 1846), der allerdings auch Angebote von anderen Oberligisten vorliegen hat.

Mit Christine Beck leitete übrigens am Samstag eine der erfahrensten Schiedsrichterinnen Deutschlands die Oberligapartie zwischen der TSG Hoffenheim II und dem VfL Kirchheim. Mit acht bis zehn Einsätzen pro Saison ist Beck in der Oberliga im Einsatz. Ihr bisher größter Erfolg war die Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen in China. Klar: Schon jetzt freut sie sich auf die Weltmeisterschaft 2011 im eigenen Lande.