Lokales

Mission: Integration

Über die wichtige Aufgabe, Menschen, die nach Deutschland kommen, bei der Eingliederung zu helfen, informierten sich die Nürtinger SPD-Abgeordneten aus Bund und Land, Rainer Arnold und Nils Schmid, beim Jugendmigrationsdienst Nürtingen.

NÜRTINGEN Der Dienst war früher unter dem Namen Jugendgemeinschaftswerk an die Gustav-Werner-Stiftung angegliedert, ist heute jedoch eine eigenständige Organisation unter der Trägerschaft der Bruderhaus-Diakonie. Die Mitarbeiter kümmern sich hauptsächlich um Spätaussiedler aus den Ländern Osteuropas. "Aber auch andere Migranten sind in den Arbeitsgruppen natürlich herzlich willkommen", betonte Diplomsozialpädagogin Andrea Kees. Häufigstes Hindernis sind Sprachschwierigkeiten.

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Nils Schmid, der auch finanzpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion ist, wies auf einen Vorstoß seiner Partei bei den Haushaltsberatungen des Landes hin, wonach mehr Geld für die Sprachförderung bereitgestellt werden soll.

Die schwierigste Aufgabe der Mitarbeiter sei es, wenn sie dort in Problemfälle einsteigen müssten, wo die Polizei nicht mehr durchkomme. Dann müssen sie sich in die Familien einklinken und eine Vertrauensbasis schaffen, bevor die eigentliche Beratungsarbeit greifen kann. Ein weiteres großes Problem, mit dem die Mitarbeiter umzugehen haben, ist die Herkunft der Spätaussiedler und Migranten aus den unterschiedlichsten Bildungsschichten. So könne es durchaus sein, dass ein 40-jähriger Kasache, von Beruf Hochschulprofessor, hier in Deutschland am Fließband stehe.

Die SPD-Abgeordneten zeigten sich von den Anforderungen an den Jugendmigrationsdienst beeindruckt: "Da ist ein hohes Maß an sozialer Kompetenz und individueller Beratung gefordert. Mit Schema F kommt man hier nicht weit", so Rainer Arnold.

Arnold, der im Juni den Aussiedlerbeauftragten der Bundesregierung in den Wahlkreis eingeladen hat, will auf die Probleme der Spätaussiedler auch in der Öffentlichkeit hinweisen, aber nicht ständig unter dem Aspekt der Kriminalität. "Es gibt viele positive Beispiele der Integration, auch von ehrenamtlichen Initiativen. Es ist genauso wichtig, dass sich die Migranten um Eingliederung bemühen und sich nicht abschotten, wie die deutsche Bevölkerung ihren Beitrag zur Integration leisten muss und den Menschen hilft", so der Abgeordnete.

pm