Lokales

Mit 0,3 Promille wird man Fußgänger

Nach Alkohol- und Drogenkonsum lautet die Devise: „Hände weg vom Steuer“

Der Höhepunkt der närrischen Zeit steht kurz bevor. Autofahrer müssen auch dieses Jahr in der „fünften Jahreszeit“ wieder mit verstärkten Alkohol- und Drogenkontrollen der Polizei rechnen. Denn seit Jahren muss die Polizei feststellen, dass sich in dieser Zeit verstärkt Verkehrsunfälle ereignen, bei denen Alkohol oder Drogen am Steuer die Ursache waren.

Rudolf stäbler

Kreis Esslingen. Im Jahr 2008 ereigneten sich nach Angaben der Polizeidirektion Esslingen in der Faschingszeit 13 Verkehrsunfälle, bei denen die Fahrzeuglenker unter Alkoholeinfluss standen. Bei diesen Unfällen sind vier Personen verletzt worden. Zudem wurden bei Kontrollen 71 Fahrer festgestellt, die unter Einfluss von Drogen oder Alkohol ein Fahrzeug lenkten.

Die meisten Kraftfahrer wissen wohl über die Wirkung von Drogen oder Alkohol Bescheid. Dennoch neigen viele nach dem Konsum zur Selbstüberschätzung und durch die alkohol- oder drogenbedingte Konzentrationsschwächung werden diese Fahrzeuglenker zu einer Gefahr im Straßenverkehr.

Man sollte sich bewusst machen, dass ein solcher Verstoß grundsätzlich für gewisse Zeit den Verzicht auf die Fahrerlaubnis zur Folge hat. Bereits mit 0,3 Promille, wenn ein Verkehrsunfall hinzukommt, darf man sich zu den Fußgängern zählen. Für die jungen Fahrer in der Probezeit gilt die 0,0-Promille-Grenze.

Die Auswirkungen von Alkohol treten schnell auf. Bereits ab 0,2 Promille ist die Einschätzung der Entfernung beeinträchtigt. Aufmerksamkeit, Konzentration, Kritik und Urteilsfähigkeit lassen hier schon nach und die Risikobereitschaft steigt. Ab 0,5 Promille vermindert sich die Sehleistung. Man kann zum Beispiel keine Geschwindigkeiten mehr einschätzen und wird zum Sicherheitsrisiko. Zum sogenannten „Tunnelblick“ kommt es bereits ab 0,8 Promille. Bei einem Alkoholgehalt von über 1,1 Promille ist nicht nur gesetzlich die absolute Fahruntüchtigkeit erreicht, sondern auch aus wissenschaftlicher Sicht. Ein solcher Blutalkoholwert führt nämlich zu massiven Ausfallerscheinungen.

Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass weder Schlaf noch Kaffee den Abbau des Alkohols beschleunigen. Im Schnitt baut der Körper 0,1 Promille pro Stunde ab. Zusätzlich wird die Wirkung des Alkohols natürlich durch Übermüdung nach einer durchzechten Nacht verstärkt. „Alkohol und Drogen am Steuer sind unverantwortlich, nicht nur in der Faschingszeit. Nach Alkohol und Drogen Hände weg vom Steuer.“

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