Lokales

Mit 14 schwanger und jetzt?

Um sich mit dem Problem früher Schwangerschaften und den damit verbundenen Abbrüchen auseinanderzusetzen, hatte die Vorsitzende der CDU-Frauenunion (FU) in der Region Kirchheim, Helena Kapp, in den Saal der Stadtbücherei eingeladen. Referentinnen waren Gabriele Gehrke, Familien- und Lebensberaterin bei "donum vitae" in Stuttgart, und die Frauenärztin Dr. Schäfer aus Tübingen.

KIRCHHEIM Da die Geschlechtsreife der Mädchen, so Gabriele Gehrke, häufig schon mit 12, 13 Jahren eintrete, käme es auch in vielen Fällen sehr früh zum ersten sexuellen Kontakt. Die Mädchen seien zwar aufgeklärt, aber da dieser erste Kontakt meistens nicht geplant oder vorhersehbar war und vielleicht der Genuss von Rauschmitteln eine Rolle spielte, wurde nicht auf entsprechenden Schutz geachtet.

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Groß sei der Schock, wenn daraus eine Schwangerschaft entstanden sei, und aus Scham oder Angst kämen sie oft sehr spät zur Beratung. Entschlössen sie sich dann aus den unterschiedlichsten Gründen zur Abtreibung, geschieht dies oft erst nach der 22. Woche, obwohl das Kind dann schon lebensfähig wäre. Der Konflikt sei groß, denn viele Mädchen hätten in dieser Situation keinen Halt in der Familie.

Der Verein "donum vitae" habe sich, so Gabriele Gehrke, der Beratung in Konfliktsituationen angenommen und versuche auch weitgehend Prävention zu betreiben. Die Vereinsmitglieder würden gerne auch öfter in den Schulen präsent sein, wenn man ihnen die Möglichkeit dazu gäbe. Um ein anschauliches Bild zu zeichnen, berichtet die Gynäkologin Dr. Schäfer, die mit dem Verein "donum vitae" zusammenarbeitet, über einzelne Fälle aus ihrer Praxis. Sie betont, dass in der Mehrheit der Fälle das Umfeld des betroffenen Mädchens maßgeblich an der Entscheidung für oder gegen eine Abtreibung beteiligt sei. Nur wenige der meist ebenfalls minderjährigen Erzeuger des Kindes würden sich der Verantwortung stellen.

Die minderjährigen Schwangeren hätten in der Regel weder einen Schulabschluss noch eine abgeschlossene Ausbildung hinter sich. Ohne Unterstützung der Eltern oder anderer Erwachsener beziehungsweise die Unterbringung in einem Mutter-Kind-Heim, hätten die jungen Mütter kaum eine Chance, für sich und das Kind zu sorgen geschweige denn einen Beruf zu erlernen. Gabriele Gehrke betonte noch einmal, das Zauberwort heiße "Prävention". Sie bat die Zuhörer, in den Schulen dafür zu werben, dass mehr Zeit in die Aufklärung investiert werde, und vor allem, dass man rechtzeitig damit beginne.

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