Lokales

Mit den Mountainbikes im "Karwendel" unterwegs

Eine viertägige Erlebnistour durch das Herzstück Oberbayerns stand dieses Jahr als Höhepunkt auf dem Veranstaltungskalender der Holzmadener Vereinsradler. Die 40-köpfige Gruppe durfte herrliche Tage in den Bergen, Wäldern und Seen des größten deutschen Naturschutzgebietes "Karwendel" in Bayern erleben.

HOLZMADEN Im stetigen Bemühen, für seine Radsportgruppe die schönsten Touren anzubieten, ist Radobmann Manfred Sorwat heuer den Spuren Ludwig Ganghofers gefolgt. So wurde im aus dem Heimatroman bekannten Traditionsgasthaus "Jäger von Fall" am Sylvensteinsee das Standquartier bezogen. Neu war nicht nur das ständige "Basislager" statt des bei den seitherigen Touren üblichen Quartierwechsels, sondern auch die Aufteilung der Teilnehmer in eine "Genießerradgruppe" und eine mehr auf Leistung setzende Mountainbikefraktion.

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Nach der Ankunft starteten alle Radler gemeinsam zur Mittagszeit über Hinterriß und den großen Ahornboden zur Eng-Alm. Die positiven Eindrücke dieser herrlichen Berglandschaft ließen die drückende Hitze beim beschwerlichen Anstieg vergessen. Umso mehr war danach die herrliche, 35 Kilometer lange Abfahrt ein Genuss. Der zweite Tag führte die Mountainbiker mit einem extra verpflichteten "Guide" zum 1790 Meter hoch liegenden Karwendelhaus und kleinen Ahornboden. Steinige Wege und Steigungen mit 23 Grad verlangten von den Teilnehmern quälenden Einsatzwillen und eiserne Disziplin. Egal ob Jungtalent Timo Stumpp oder Radfreak Wolfgang Frank alle meisterten die schwierige Aufgabe bravourös.

Geruhsamer ließ es die Genießergruppe angehen. Nach langer Abfahrt entlang der Isar stand der Tegernsee als Zielort an. Dort angekommen, kühlte sich mancher nach der Mittagsrast mit einem Bad im See ab. Die Heimfahrt über den Aachenpass verlangte hingegen einen hohen Kraftaufwand, da der aufsteigende Radweg nicht asphaltiert, sondern überwiegend mit Feinschotter ausgebaut war. Zum wiederholten Male wurde hierbei Betreuer Kurt Schmierer seiner Aufgabe gerecht, die Mannschaft nach hinten abzusichern und schwächelnden Radlern Beistand oft durch aktive Schubhilfe zu leisten.

Die idyllisch gelegenen Gewässer Walchensee und Kochelsee standen am nächsten Tag auf dem Programm. Gekonnt leitete Tourführer Gerhard Barner seine Schützlinge auf Rad-, Feld- und Waldwegen durch das Herzstück Oberbayerns bis nach Bad Tölz, wo einige sich auf Spurensuche nach den filmischen Einsatzorten des "Bullen" begaben. Der einsetzende Regen bei der Heimfahrt nach Fall war kein Problem, sondern eröffnete die Chance, sich mit einer anderen Wetterlage bestmöglich auseinander zu setzen.

Auf Kraft, Ausdauer und Geschwindigkeit setzten einmal mehr die Mountainbiker. Der über den Joch- und Kesselberg sowie Einsiedel führende Kurs maß 77 Kilometer. Beim gemütlichen Beisammensein abends im Hotel wurde Gemeinschaft gepflegt und untereinander Tipps über die Radpflege und das Kurieren von verletzten Körperteilen ausgetauscht.

Gemeinsam ging es am letzten Tag wieder an den Start. Über Vorderriß und die Mautstraße nach Wallgau führte die Strecke weiter am Walchensee vorbei in die Jachenau. Die relativ wenig Höhenmeter messende Etappe war ideal für eine lockere Abschlussfahrt, die nach rund 70 Kilometern alle leicht nass, aber wohlbehalten zum Ganghoferschen Anwesen zurück brachte.

Am Zielort war allen klar, dass die Aufteilung der vom 17-jährigen Jungradler bis zum 69-jährigen Hochleistungssportler reichenden Teilnehmerschar in zwei frei wählbare Leistungsgruppen gelungen war. Auch das Standquartier hatte seine Vorteile, da Erschöpfte einen Ruhetag einlegen und nicht radelnde Familienangehörige am Ausflug mit dabei sein konnten.

rs