Lokales

Mit der Luxusjacht auf den Bürgerseen

Am Pfingstwochenende fand der sechste Graupner-Schiffscup statt – Ideale Bedingungen

Am Pfingstsonntag begann an den Kirchheimer Bürgerseen der sechste Graupner-Schiffscup. Bei idealen Bedingungen konnten sich die Besucher außerdem an einigen Ständen über das Thema Modellbau informieren. Etwa 140 Teilnehmer aus ganz Europa stellten an zwei Tagen ihre selbst gebauten Dampfer, Rennbote und Jachten zur Schau und ließen sie im Rennen gegeneinander antreten.

PATRICK TOSOLINI

Kirchheim. Wer an Modellschiffe denkt, hat vielleicht zuerst die sich schwerfällig bewegenden Wasserfahrzeuge im Kopf, die gemütlich manövriert werden können. Doch das stimmt so nicht: „Die Boote rasen mit bis zu 60 Kilometern pro Stunde über das Wasser“, erklärte Ernst Vees, der Vorsitzende des Schiffs-Modellsport-Clubs Stuttgart.

Der Club organisiert seit dem Jahr 2005 zusammen mit der Kirchheimer Modellsportfirma Graupner den Graupner-Schiffs-Modellcup. Am Pfingstsonntag fanden in erster Linie die Rennboot-Wettkämpfe statt. Aufgeteilt in zehn unterschiedliche Klassen – sortiert nach Motorisierung und Antriebsart – konnten die Zuschauer die schnellen Boote auf einem kurvigen Wasserparcours flitzen sehen. Ein besonderer Hingucker waren die Zieleinfahrten, die von regem Applaus begleitet wurden. Auch die jungen Schiffskapitäne kamen beim „Lehrer-Schüler-Fahren“ voll auf ihre Kosten. Belohnt wurden sie mit einer Kapitänsurkunde.

Die Stimmung rund um den See war sehr gut, was nicht nur am sonnigen Wetter lag. Der Angelsportverein Kirchheim war gemeinsam mit den Bürgerseefreunden für die Bewirtung zuständig, die bei Temperaturen um 28 Grad schnell ins Schwitzen kamen. Ein kühles Getränk oder ein Eis konnten wahre Wunder bewirken. Neben dem eigentlichen Wettkampf gab es für die Teilnehmer einen Geschicklichkeits-Parcours, bei dem es vor allem auf Genauigkeit ankam. Die Schiffe mussten so schnell es ging zielgenau Hindernisse umfahren. Der ein oder andere Kapitän stieß da an seine Grenzen. „Das Schiff ist umgekippt, nachdem es das Hindernis gerammt hatte“, rief ein Junge aufgeregt. Doch auch für diesen Fall war gesorgt: „Durch ihre spezielle Bauweise können sich die Schiffe von selbst wieder drehen, falls sie umschlagen“, erklärte Ernst Vees. „Das liegt daran, dass sie links schwerer sind, um das Drehmoment des nach rechts drehenden Propellers auszugleichen.“ Wenn die Schiffe dann auf dem „Rücken“ liegen, flutet sich ein Kanal in der Rumpfseite, der das Schiff wieder auf Kurs bringt. „Falls das nicht klappt, haben wir aber auch Boote, um die Modelle herauszufischen“, fügte Vees hinzu.

Am Pfingstmontag wurde traditionell mit den vorbildgetreuen Modellen begonnen. Nach einem eher ruhigen Auftakt wurden sogenannte „SAW-Rennboote“ vorgeführt. „SAW“ ist die Abkürzung für „Straight Away“ und bedeutet übersetzt so viel wie „auf Anhieb“. In kürzester Zeit können diese Boote nämliche eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 200 Stundenkilometern erreichen. Sie sind den amerikanischen „Speedboats“ nachempfunden, die mit Hubschrauberturbinen angetrieben werden.

Nach dieser eindrucksvollen Demonstration ging es mit dem

Kriegsschiffe, Rennjachten, Frachter und Jet-Skis

Schaufahren der „grauen Flotte“ weiter. Diese bestand vor allem aus Kriegsschiffen. Aber auch Rennjachten und Jet-Skis waren zu sehen. Frachter, Schlepper und Rettungsschiffe wie die der Küstenwache führten das freie Schaufahren fort.

Am Nachmittag ging es dann mit einer weiteren Besonderheit weiter: Auf dem See fand ein Wettkampf mit dampfbetriebenen Booten um die höchste Rundenzahl statt. Eindrucks­voll zeigten die Kapitäne der Schiffe, was diese Wasserfahrzeuge leisten können. Die letzte offizielle Vorführung bestand aus Sportbooten, Megajachten und Kajütkreuzern. Bis zum Einbruch der Dunkelheit konnte auf dem Bürgersee um die Wette gefahren werden, bis sich der Modellcup allmählich dem Ende näherte.

Auch in diesem Jahr war der Graupner-Schiffs-Modellcup sehr erfolgreich. „So lange wie die Firma Graupner mit uns kooperieren will, werden wir den Wettkampf veranstalten“, versprach der Vorsitzende des Schiffs-Modellclub Stuttgart, Ernst Vees. „Wir sind zuversichtlich – schließlich kommen die Zuschauer ja auch jedes Jahr wieder“, freute sich Vees.

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