Lokales

Mit Engagement und Tatkraft in die Zukunft

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger, die Fußballweltmeisterschaft in diesem Jahr hat verloren Geglaubtes wiedergebracht: Optimismus und Lebensfreude. Nach Jahren des Stillstandes gewinnen Motivation und Gestaltungswille wieder die Oberhand. Unsere Wirtschaft wächst, die Beschäftigung steigt und die Arbeitslosigkeit ist im Kreis Esslingen auf 4,3 Prozent gesunken. Trotz aller Kritik gibt es viel Gutes, was in Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik und von den Bürgerinnen und Bürgern geleistet wird, wir dürfen uns über manches Erreichte freuen. Probleme werden wieder als Herausforderung begriffen, und wir kommen voran.

Ein herzlicher Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Mitgliedern des Kreistags für die geleistete Arbeit. Sie alle haben dazu beigetragen, dass wir heute auf ein erfolgreiches Jahr 2006 zurückschauen können. Daneben bin ich auch für die gute Unterstützung durch unsere Abgeordneten, Behörden und Verbände sehr dankbar.

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Ganz besonders freue ich mich, dass wir im Kreistag die Kraft hatten, eine ehrgeizige Konzeption zur Entschuldung des Landkreises anzugehen. Wenn wir in den nächsten drei Jahren gemeinsam die notwendige Haushaltsdisziplin wahren und die aufgrund wirtschaftlichen Wachstums steigende Steuerkraft nutzen, dann kann es gelingen, die derzeitige Verschuldung um gut 30 Millionen auf 120 Millionen zurückzuführen. Dies ist Teil einer nachhaltigen Finanzpolitik, die auch kommenden Generationen Gestaltungsmöglichkeiten einräumt.

Bildung und Erziehung waren und sind die Schwerpunkte unseres Handelns, weil wir wissen, dass gut ausgebildete junge Menschen unser größtes Kapital sind. Deshalb haben wir in den letzten vier Jahren rund 40 Millionen in die Beruflichen Schulen und den Neubau der Verbundschule in Dettingen investiert. Der Übergang von der Schule in den Beruf muss in den nächsten Jahren so gestaltet werden, dass junge Menschen ausbildungsfähig werden und ihre Chance am Arbeitsmarkt bekommen.

Die Familien zu stärken, die Selbsthilfekräfte für Senioren zu aktivieren und behinderte Menschen im Sinne eines "normalen Lebens" teilhaben zu lassen an der Gesellschaft, das sind die wesentlichen Ziele eines Landkreises, der soziale Verantwortung groß schreibt. Wir geben Impulse und setzen auf Prävention. Partnerschaftlich gestal

ten wir mit dem Land und den Kommunen das Kinderland Baden-Württemberg.

Mit dem Ausbau der sogenannten Frühen Hilfen stärken wir die Erziehungskraft von Familien. Betreutes Wohnen zu Hause, aber auch die Mehrgenerationenhäuser sind unsere Antworten auf ein selbstbestimmtes Leben im Alter. Die Umsetzung unseres Kreisbehindertenplans steht unter dem Motto ambulant vor stationär.

Das kommende Jahr wird im Krankenhausbereich nicht zuletzt durch die Gesundheitsreform Weichenstellungen bringen. Wir müssen den Menschen klar machen, dass nur wirtschaftlich geführte Krankenhäuser für die Patienten gute Leistungen erbringen. Kompetenzzentren müssen trägerübergreifend geschaffen, Doppelvorhaltungen weiter abgebaut werden. Wir wollen im Jahr 2007 ausloten, ob es möglich ist und Sinn macht, über Landkreisgrenzen und Stadtzuständigkeiten hinweg die Krankenhausversorgung neu zu ordnen. Unabhängig davon wird der Investitionsschwerpunkt der nächsten Jahre im Krankenhaussektor liegen. Sichtbares Zeichen wird der Klinikneubau in Nürtingen sein.

Im Bereich der Ökologie bekennt sich der Landkreis zu seiner Vorbildfunktion in Sachen Klimaschutz. Mit dem Holzheizwerk in Dettingen und der Solaranlage im Kompostwerk Kirchheim setzten wir auch 2006 Zeichen. Mit einem ausgefeilten Energiemanagement ermitteln wir 2007 energetische Optimierungspotenziale in unseren Liegenschaften.

Die Verwaltungsreform ist auf einem guten Weg. Mit der Erwirtschaftung der Effizienzrendite liegen wir über den Planungen. Noch wichtiger aber ist, dass die Integration von "neuem und altem Landratsamt" gelingt. Die Geschäftsprozesse werden derzeit untersucht und so unsere Verwaltung weiter modernisiert. Ganz besonders habe ich mich über den Sonderpreis gefreut, den wir für das Integrationsmanagement unseres Sozialdezernats im Rahmen des landesweiten Behördenwettbewerbs bekommen haben. Die Note sehr gut wird uns weiter beflügeln und uns Ansporn sein, die Verwaltung als "Rathaus für den Kreis" zu verwirklichen.

Damit dies gelingt, haben wir in diesem Jahr den Erweiterungsbau für unsere Verwaltung in den Esslinger Pulverwiesen beschlossen. Mit diesem Neubau verbessern wir die Rahmenbedingungen für eine effiziente, kundenorientierte Verwaltung. Wir sind die ersten im Regierungsbezirk, die die Möglichkeit eines PPP-Modells nutzen. Die Maßnahme ist sorgfältig geplant, wirtschaftlich und zukunftsgerichtet.

Lassen Sie mich frei nach Blaise Pascal sagen: "Die Gegenwart ist nie unser Ziel; die Vergangenheit und die Gegenwart sind unsere Mittel; die Zukunft allein ist unser Ziel." Wir dürfen also dankbar auf das Erreichte zurückblicken und mit Engagement und Tatkraft an der Zukunft arbeiten.

Heinz Eininger Landrat