Lokales

Mit Fanfaren zum Sieg

Es gibt im Fußball immer wieder wundersame und wunderbare Geschichten. Für solch eine hat gestern Bezirksligist TSG Zell gesorgt.

REIMUND ELBE

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ZELL U. A. Sieben Spiele, sieben Niederlagen: Das war bis gestern Nachmittag die trostlose Saisonzwischenbilanz für den Club aus der Aichelbergregion. Was folgte, war die Entlassung von Trainer Holm Weber. Und gestern? Kaum war der "Neue" Gaetano Intemperante installiert, folgte mit einem 3:0 über den SV 1845 Esslingen der erste Sieg. "Wir sind begeistert", berichtete der in Jesingen wohnhafte Spielleiter des TSG, Andreas Wohlleben nach dem ersten Positiverlebnis. Stürmer Roland Schumacher er steuerte gestern einen Treffer zum Heimerfolg bei freute sich nicht weniger. "Es gibt eben manchmal im Fußball einen psychologischen Effekt nach einem Trainerwechsel", so der Weilheimer, "obwohl unsere Mannschaft auch in den vergangenen Spielen immer intakt war." Kommentar des neuen TSG-Trainers Intemperante: "Der Sieg ist ein Schritt in die richtige Richtung." Auch die Mitglieder des TSG-Fanclubs "Schwarz-Gelb", mit Fanfaren und Plakaten zur Partie angerückt, kamen erstmals in dieser Runde so richtig in Wallung.

Kleines Fußballwunder auch im Eichert. Der TSV Notzingen machte aus einem 0:2 gegen den TSV Köngen II noch einen Sieg. "Ich hätte nach dem Rückstand keinen Cent mehr auf uns gewettet", gab Notzingens Trainer Claus Maier frank und frei zu, "umso stolzer bin ich nun nach dem 4:3 auf die Mannschaft." Der Erfolg schlug sich in der Tabelle nieder: Die Notzinger rückten von Platz 13 auf Position zehn vor.

Der TSV Jesingen verpasste gegen den Tabellenzweiten TSV Boll einen Befreiungsschlag. Trotz 1:0-Führung gab es letztlich einen 1:3-Flop. Dabei hätte der Boller Ausgleich schon früher als in der 75. Minute fallen können. Noch in der ersten Halbzeit hatte die Kugel nach einem Boller Angriff so Augenzeugen übereinstimmend die Torlinie des Jesinger Gehäuses überschritten. TSVJ-Torwart Florent Karahoda blieb, auf die Szene angesprochen, vorsichtig: "Ich bin der Meinung, dass der Ball nicht hinter der Linie war."

Die SGEH setzt in der Kreisliga A unterdessen ihren Siegeszug erbarmungslos fort. Gestern mussten die SF Dettingen beim 7:2 dran glauben. "Unsere Mannschaft hat auch diese Hürde souverän gemeistert", bilanzierte ein zufriedener SGEH-Pressewart Benjamin Möll, "auch wenn die Dettinger den besseren Start erwischt hatten." Neueste Wasserstandsmeldung von der Schwäbischen Alb: Zehn Spiele, zehn Siege, Platz eins eine "runde" Sache auf der Berghalbinsel.

Fast schon klammheimlich ist einer auf den Platz zurückgekehrt, der eigentlich als Sportinvalide galt: Volker Krissler (32). Aus dem Neidlinger Trainer ist seit kurzem wieder ein Spielertrainer geworden. "Ich bin aktuell schmerzfrei", erklärte Krissler, der nach zwei Kreuzbandrissen vor rund zwei Jahren die Kickstiefel an den Nagel gehängt hatte. Die Angst vor einer neuerlichen Verletzung sei freilich immer noch da, bekennt er offen. In Neidlingen agiert Krissler ("wir haben Personalnot") als klassischer Libero.

Für den TSV Schlierbach sieht es derzeit in der Kreisliga B alles andere als gut aus. Kurios: Beim gestrigen Auftritt in Reudern kassierten die TSVS-Kicker den "Fangschuss" zum 1:2 ausgerechnet von einem absoluten Fußball-Nobody. Denn: Reuderns Torschütze Daniel Schweizer absolvierte gegen die Schlierbacher das erste Punktspiel seines Lebens. Erst ein paar Tage zuvor war der Pass des Ex-Leichtathleten eingetroffen. SVR-Betreuer Alexander Ziehlinger: "So ein Einstieg ist ein Traum. Daniel musste natürlich eine Runde ausgeben."