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Mit Flexibilität und Eigeninitiative zum Erfolg

Wie sieht die Ausbildung zum Qigong-Kursleiter aus, was gilt es bei der Eröffnung eines eigenen Ladens zu beachten und wie gelingt der Wiedereinstieg ins Berufsleben nach der Erziehungszeit? Diese und andere Fragen beantworteten vier Weiterbildungs-Experten bei der Telefonaktion des Teckboten zum Thema "Berufliche Bildung".

BIANCA LÜTZ

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KIRCHHEIM Die Palette an Angeboten zur beruflichen Fortbildung ist riesig und wer sie nutzen möchte, hat die Qual der Wahl. Bei der Telefonaktion des Teckboten, die im Rahmen der landesweiten Aktion "Fit durch Fortbildung Fit in die Zukunft" stattfand, hatten Interessierte die Gelegenheit, sich von vier Experten sachkundig beraten zu lassen. "Ziel ist es, Transparenz in die berufliche Weiterbildung zu bringen", sagte Ulrike Goldschmitt-König, Leiterin des Regionalbüros für berufliche Fortbildung der Arbeitsgemeinschaften Esslingen und Göppingen.

Gefragt waren die Experten in ganz unterschiedlichen Bereichen der beruflichen Bildung: Das Spektrum reichte von Fragen zu speziellen Lehrgängen wie etwa zum Qigong-Kursleiter über Abschlüsse für ungelernte Arbeiter und Wiedereinstiegsmöglichkeiten in den Beruf nach der Mutterzeit bis hin zur Existenzgründung. So unterschiedlich die Fragen und Interessen der Anrufer auch waren die vier Experten konnten nach zwei Stunden Telefonzeit und ausführlichen individuellen Beratungen auch einige allgemeingültige Tipps und Empfehlungen rund um die berufliche Weiterbildung formulieren.

"Es ist eigentlich nie zu spät", lautet die Devise von Irene Krissler, Leiterin der Kirchheimer Agentur für Arbeit. Das gelte sowohl für die Weiterbildung als auch für den Wiedereinstieg ins Berufsleben oder eine völlige Neuorientierung. "Ein Studium oder eine neue Ausbildung kann man auch noch mit Mitte 30 beginnen", betonte sie. Das unterstrich auch Ulrike Goldschmitt-König, die sich selbst mit 42 Jahren noch einmal dazu entschlossen hatte zu studieren: "Wenn man 40 ist hat man ja auf jeden Fall noch 25 Jahre Berufstätigkeit vor sich. Da lohnt es sich doch, noch etwas Neues zu beginnen." Ganz wichtig aus Sicht der Experten sind jedoch Eigeninitiative und Engagement. "Man sollte nicht auf Weiterbildung verzichten, nur weil die Arbeitsagentur die Umschulung oder den Kurs nicht finanziert", sagte Irene Krissler .

Rose König, Leiterin des Fachbereichs Berufliche Bildung an der Volkshochschule Kirchheim, rät Jugendlichen, sich nicht allzu sehr auf einen bestimmten Beruf zu versteifen: "Es ist wichtig, überhaupt einen Ausbildungsplatz zu finden", ist sie überzeugt. Das ist auch die Erfahrung der anderen Fachleute: Wer etwas gelernt hat und einen Abschluss vorweisen kann, hat es immer leichter, einen Arbeitsplatz zu finden, als ungelernte Kräfte. Für all diejenigen, die einen Arbeitsplatz, aber keinen Abschluss haben, bieten die Bildungsträger zudem berufsbegleitende Lehrgänge mit externen Prüfungen an.

"Flexibilität ist ganz wichtig", betonte Irene Krissler. Keine noch so gute Aus- und Weiterbildung könne mangelnde Flexibilität der Arbeitnehmer wett machen. Das gelte beispielsweise auch für Mütter, die wieder in der Beruf einsteigen möchten.

All diejenigen, die ihren Traum vom eigenen Unternehmen realisieren möchten, sollten gut planen: "Wer angestellt ist und sich selbstständig machen möchte, sollte nicht einfach seine Stelle kündigen", warnte Werner Burbach, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft berufliche Fortbildung Esslingen, Nürtingen, Kirchheim und Fachbereichsleiter berufliche Bildung der Volkshochschule Esslingen. Sein Tipp: Zunächst einmal einen vhs-Kurs "Nebenberuflich erfolgreich selbstständig" besuchen, eine Beratung bei der IHK vornehmen und die genauen Kosten für die Existenzgründung aufstellen. "Einen Gründungszuschuss von der Agentur für Arbeit gibt es allerdings nur für Arbeitslose", informierte Irene Krissler.

Welche Branchen künftig besonders vielversprechend sind, vermochten die Experten angesichts der wachsenden Schnelllebigkeit nicht genau zu sagen. Für Werner Burbach ist jedoch klar, dass etwa Lehrgänge im Gesundheitsbereich oder auch Fortbildungen in Sachen Online-Shops im Kommen sind.

Zurücklehnen sollten sich aus Sicht der vier Experten aber auch all diejenigen nicht, die bereits einen Job haben: "Man kann immer noch etwas tun", betonte Rose König. Fortbildung eröffne in jedem Fall Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten ob firmenintern oder auf ganz neuen Wegen.

"Fit durch Fortbildung Fit in die Zukunft" ist eine Gemeinschaftsaktion der Arbeitsgemeinschaften für berufliche Fortbildung in Baden-Württemberg und steht unter der Schirmherrschaft des Wirtschaftsministers Ernst Pfister. In der Arbeitsgemeinschaft für berufliche Fortbildung Esslingen, Nürtingen, Kirchheim haben sich zahlreiche Bildungsträger zusammengeschlossen.

INFOAuskünfte zu den Einrichtungen und deren Veranstaltungen gibt es im Regionalbüro der Arbeitsgemeinschaften Esslingen und Göppingen unter der Telefonnummer 07 11/35 12 33 25. Dort ist auch das aktuelle Bildungsprogramm erhältlich. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.fortbildung-bw.de.