Lokales

Mit Gesang durch die sächsische Schweiz

KIRCHHEIM Bei einer Führung durch die Porzellanmanufaktur wurden die Besucher umfassend über die Geschichte des "weißen Goldes" informiert und konnten dessen Anfertigung in der Schauwerkstatt mitverfolgen. Am Ende der Führung war allen klar, warum man für den Erwerb eines Meißner Porzellanservices enorme Summen anlegen muss. Trotzdem war es ein lohnender Besuch, der mit dem Genuss von Kaffee oder Tee aus einer kostbaren Meißner Porzellantasse im hauseigenen Cafe abgerundet wurde.

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Von ihrem Hotel in Sora wurden die Mitglieder des Gesangvereins Eintracht am nächsten Morgen von einem sächsischen Reiseführer abgeholt, der sie bei ihrer Fahrt durch das Elbland und die sächsische Schweiz begleitete.

Mit einer geruhsamen zweistündigen Raddampferfahrt auf der Elbe von Pirna nach Königstein begann dann das Tagesprogramm. Im Ort Königstein vom Bus erwartet, ging es zum Fuß der gleichnamigen Festung, die Ende des 16. Jahrhunderts entstand. Sie thront weithin sichtbar auf einem Tafelberg inmitten einer bizarren Felslandschaft der sächsischen Schweiz und trutzte dank ihrer sicheren Bauweise allen Feinden.

Hier wurde einst Johann Friedrich Böttger festgehalten, der für August den Starken künstliches Gold machen sollte. Statt dessen erfand dieser das besagte "weiße Gold". Beeindruckend wie die Geschichte dieser Festung, war auch die Aussicht auf das Umland.

Am Nachmittag wurde ein weiterer geschichtsträchtiger Ort erreicht, die Bastei. Sie gehört zu den bekanntesten Naturdenkmälern Deutschlands, ist der herausragende Aussichtspunkt auf der Felskante entlang der Elbe und liegt 193 Meter über dem Fluss. Hier können Besucher einen wunderbaren Ausblick auf die romantische Landschaft genießen. Nach solch grandiosen Ausblicken wollte der Reiseleiter nach einer weiteren kurzen Busfahrt nun einen Einblick gewähren. Er lud zu einem Spaziergang durch den Lustgarten von Schloss Pillnitz ein.

Diese einstige Sommerresidenz wurde 1720 bis 1722 errichtet und gehört mit zu den Höhepunkten sächsischer Schlossbaukunst. Der Schlossgarten verdient besondere Aufmerksamkeit. Er beinhaltet einmal die kunstvolle strenge Form des Barock und ist zum anderen als englischer Landschaftsgarten gestaltet. Dieser geschichtsträchtige Tag wurde dann bei einem fürstlichen Abendessen im Fürstenhof in der Dresdner Altstadt beendet.

Am nächsten Tag stand nun Dresden selbst auf dem Programm. Begleitet von einer Stadtführerin wurde eine Rundfahrt unternommen durch die 800-jährige Geschichte Dresdens, einer Stadt, die glanzvolle wie tragische Zeiten erlebt hat. Sie war vor allem im 18. Jahrhundert ein prächtiges Zentrum europäischer Politik, Kultur und Wirtschaft und wurde nur zwei Jahrhunderte später zum Synonym für apokalyptische Zerstörung.

Das bekannteste Symbol für den Wiederaufbau des Stadtzentrums findet sich in der Dresdner Frauenkirche, jenem prachtvollen barocken Kuppelbau, der nun wieder die Stadtsilhouette prägt. Der Besuch der Frauenkirche zur Orgelandacht war wohl für alle Mitreisenden ein ganz besonderes Erlebnis, das lange nachhalten wird.

Es war ein unbeschreibliches Gefühl, in dieser herrlichen Kirche zu sitzen und dem virtuosen Orgelspiel von Samuel Kummer zuzuhören. Auch die anschließende Kirchenführung von der Kanzel aus war sehr beeindruckend. Leider gab es keine Gelegenheit, in der Frauenkirche zu singen, dafür wurden die Sängerinnen und Sänger aber beim Besuch der Semperoper am Nachmittag entschädigt.

Bei der Führung durch das wunderbare Gebäude konnte endlich unter der Leitung des Vizechorleiters Samuel Kastner gesungen werden. Auch dieser Besuch war sehr beeindruckend und die Besucher aus Kirchheim fühlten sich in eine andere Zeit versetzt. Obwohl der Bau zweimal durch Brand oder Krieg zerstört und im August 2002 durch die "Jahrhundertflut" erneut beschädigt wurde, zählt er heute zu den schönsten Opernhäusern der Welt. Dieser Tag klang im historischen Felsenkeller unter der Brühlschen Terrasse aus. Bei Kerzenschein und Musik des Hofmusikanten wurde ein sächsisches Mahl serviert und zwischen den Gängen zeigte die Eintracht, dass Schwaben nicht nur schwäbisch, sondern auch hochdeutsch und sogar ungarisch singen können.

Auch der letzte Reisetag enthielt ein großartiges Erlebnis. Die Augustusburg auf dem Schellenberg im Erzgebirge stand auf dem Programm. Vom Bahnhof Erdmannsdorf wurde mit der historischen Drahtseilbahn die Bergstation der Augustusburg erreicht. Das sehr schön restaurierte monumentale Renaissanceschloss war einst Jagdsitz des sächsischen Kurfürsten August I. und beherbergt heute Gaststätten, Museen, Jugendherberge, Falknerei und vieles mehr.

In der Schlosskirche ist ein Altarbild von Lucas Cranach zu bewundern und bewundernswert ist natürlich auch der Ausblick ins Erzgebirge.

Mit einer Menge an Eindrücken im Gepäck wurde die Heimreise angetreten, die nur noch einmal zum Ausklang in einer gemütlichen Gaststätte unterbrochen wurde.

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