Lokales

Mit Geschick, Sachverstand und Feingefühl

40 Mädchen der Grund- und Hauptschule Jesingen, der Teckrealschule und der Raunerschule verfolgten die Tätigkeiten des Technischen Hilfswerks in Kirchheim. Anlass war der "Girls' Day", der gestern auch im Verbreitungsgebiet des Teckboten bei etlichen Betrieben und Organisationen stattfand.

PETER SCHUSTER

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KIRCHHEIM Schülerinnen der Klassen 5 bis 10 sollen im Rahmen des maßgeblich vom Bundesbildungsministeriums ins Leben gerufenen "Mädchen-Zukunftstages" eher Mädchen-untypische Berufe und technische Fertigkeiten nahe gebracht werden.

Das Technische Hilfswerk (THW) schreitet bei großen Hilfsaktionen wie etwa beim Elbhochwasser ein, hilft aber auch bei der Bergung von Einzelpersonen im schwer zugänglichen Gelände. Um die verschiedenen Aktivitäten des THW vorzustellen, wurden die Schülerinnen in Gruppen geteilt. Martin Ernst vom THW Kirchheim vermittelte einer Mädchengruppe Einblicke über das Funktionieren eines Flaschenzugs mit eingebauter Sicherung. Mit Hilfe des Flaschenzugs werden verletzte Menschen aus großen Höhen geborgen, und Material und Hilfskräfte zur verletzten Person gebracht. Am großen, mehrstöckigen Turm wurde zunächst die aus der Jugendgruppe des THW stammende 12-jährige Vera Haberkern abgeseilt.

Das Angebot an die Schülerinnen, den Gurt an sich selbst auszuprobieren und sich als Versuchsobjekt anzubieten, wurde zunächst zögerlich, doch bald um so stärker wahrgenommen. So durften sich die Mädchen unter fachkundiger Aufsicht und Anleitung der THW-Mitarbeiter am Anlegen des Rettungsgurts üben. Anschließend konnten sie sich selbst abseilen. Sie machten das so gut, dass Martin Ernst vom THW feststellte: "Ihr seht, das THW ist nicht nur etwas für starke Jungs, sondern auch für starke Mädchen." Bestätigt wurde das von Sophia. Sie wurde nach erfolgreicher Abseilaktion gefragt, ob sie sich vorstellen könnte, beim THW mitzumachen. Als Antwort kam ein knappes aber kräftiges "Ja".

Auch der Sanitäterberuf erfordert hohes praktisches Geschick und technisches Können. Die Girls bekamen das anschaulich bei der Verpackung einer Person vorgeführt, die auf einer Trage fixiert wird. Schwerverletzte werden auf die Art aus schwer zugänglichem Gelände geborgen. Nachdem die Mädchen zunächst interessiert zugeschaut hatten, erhielten sie bald selbst Gelegenheit, die gezeigten Techniken anzuwenden. Knoten wurden geknüpft und Füße kunstvoll mit Seilen umwickelt, sodass der "Patient" innerhalb kurzer Zeit transportfähig war. Sanitäter Stefan Spielmann konnte freudig über den Einsatz resümieren: "Das klappt ja hervorragend."

Als Vorbild für Frauen im Technischen Hilfswerk kann Maren Krebs, die stellvertretende Vorsitzende des Kirchheimer THW, dienen. Neben zwei Mädchen, die in der Jugendgruppe aktiv sind, gehört außer ihr selbst noch eine weitere Frau zu den erwachsenen Vollmitgliedern. Maren Krebs zu den positiven Seiten ihres THW-Engagements: "Ich sehe in den Aktivitäten beim Technischen Hilfswerk einen hervorragenden Ausgleich zu meinem Beruf und der Familie."