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Mit Helfern auf zwei und vier Beinen zum Erfolg

Der Countdown läuft: Noch acht Tage bis zum Beginn des 43. Teckbotenpokal-Turniers in Jesingen. Hinter den Kulissen haben die Denker und Lenker Steffen Mauz und Uwe Wascheck alles im Griff Probleme: Fehlanzeige, Stimmung: gut, Prognosen: Optimistisch.

PETER EIDEMÜLLER

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KIRCHHEIM Seit Mitte Juni kann Uwe Wascheck nicht mehr ausschlafen. Der Weg des 41-jährigen Jesingers führt allmorgendlich gegen 5.30 Uhr in die Sportanlage Lehenäcker, um die beiden Rasenspielfelder zu

O:1707F503.EP_ bewässern. "Schließlich sollen die Plätze bei Turnierbeginn in Top-Zustand sein", betont er. Wascheck ist für sämtliche sportlichen Belange bei den Vorbereitungen zum 43. Teckbotenpokal-Turnier in Jesingen verantwortlich, delegiert Aufgaben an ein dreiköpfiges Team. Heinz Augustin macht den Schriftverkehr mit dem Verband, Uwe Spielvogel kümmert sich um die EDV und Frank Häberlen ist "quasi meine rechte Hand", wie Wascheck sagt.

Alle zusammen halten dem eigentlichen Strippenzieher der Veranstaltung den Rücken frei: Jesingens Abteilungsleiter Steffen Mauz. "Größere Probleme gab's bei den Vorbereitungen bisher nicht", resümiert der 35-Jährige acht Tage vor dem ersten Anpfiff. Im Wesentlichen halte man sich im Vorfeld an die Vorgehensweise des letzten Turniers in Jesingen vor sechs Jahren. Lediglich vom letztjährigen Ausrichter TV Neidlingen holte sich Mauz ein paar Tipps. "Ich habe mal mit Reiner Kuch gesprochen, um beispielsweise die Eintrittspreise abzugleichen." Resultat: Wer über die gesamte Turnierwoche Zaungast sein möchte, kann für 18 Euro eine Dauerkarte kaufen. 900 Stück hat Mauz drucken lassen, sollten sie schnell vergriffen sein, wird kurzerhand nachgedruckt. Wochentags sind die Spiele für 3,50 Euro, am Wochenende für 4 Euro zu verfolgen, wobei Rentner ermäßigten Eintritt zahlen und Frauen sowie Schüler bis 18 Jahre umsonst auf die Anlage dürfen.

Momentan noch verwaist, wird auf selbiger ab dem kommenden Sonntag Hochbetrieb herrschen so wünschen es sich die beiden Macher. "Jetzt stehen nur noch logistische Dinge aus", sagt Mauz. Am kommenden Montag wird das Zelt aufgebaut, in dem vor sechs Wochen bereits die Auslosung stattgefunden hatte. Tags drauf werden per Lkw und Kran zwei eigens für das Turnier angeforderte Presse-Container zwischen den beiden Spielfeldern aufgestellt. Am Donnerstag rollen dann schlussendlich die Getränkewagen ein. Über das georderte Getränkevolumen hüllt Mauz den Mantel des Schweigens, verrät nur: "Wenn's richtig heiß werden sollte, wird auf jeden Fall genug zu trinken da sein."

Den Ausschank übernehmen größtenteils die Spielerfrauen des TSV Jesingen, insgesamt rechnen Mauz und Wascheck für das Turnier mit dem Einsatz von bis zu 200 Helfern ehrenamtlich und bis auf wenige Ausnahmen komplett aus der Fußballabteilung. "Angesetzt sind 400 Arbeitseinsätze zu je sieben Stunden", kalkulieren die beiden, deren Arbeitstage jedoch wesentlich länger werden dürften. "So gegen acht Uhr morgens wird's bei uns losgehen", sagt Mauz. Zusammen mit willigen Rentnern werden die Lehenäcker zunächst von den Hinterlassenschaften des jeweiligen Vortages befreit gemeinschaftliches Müllauflesen in der Morgenstunde.

Bis die ersten Mannschaften und Zuschauer eintreffen, gibt es noch genug zu tun, eine Verschnaufpause kommt nur mittags in Frage. "Das wird die schönste Zeit am Tag, wenn alle zusammenkommen, um sich auszutauschen", freut sich Mauz auf die alltägliche Ruhe vor dem Sturm. Damit es vor allem nach den Spielen ruhig bleibt, ist ab der Players Night am Donnerstag der Jesinger Hundesportverein mit ein paar Hundestaffeln im Einsatz zu später Stunde sind bekanntlich nicht nur die Katzen grau, sondern auch so mancher Fußball-Fan blau. "Ab der Players Night wird's von den Veranstaltungen her heiß hergehen", ist sich Mauz sicher. Da kann ein bisschen Unterstützung durch respekteinflößende Vierbeiner nicht schaden.

Auch im Hinblick auf etwaige Beschwerden lärmempfindlicher Anwohner sind die Organisatoren bereits aktiv geworden. "Alle Anwohner haben ein Rundschreiben von uns bekommen, in dem wir um Verständnis bitten", so Mauz, "aber das war 1999 auch schon kein Problem."

Das letzte Turnier in Jesingen als Gradmesser für 2005? Damals waren es geschätzte 6 000 Zuschauer, die in die Lehenäcker pilgerten. Eine Marke, die man heuer zu toppen versucht. Steffen Mauz, Uwe Wascheck und alle mit dem Turnier verbandelten Jesinger tragen ihr Scherflein dazu bei nur einen Faktor kann man selbst bei engagiertester Vorbereitung nicht einkalkulieren: "Der Erfolg des Turniers ist absolut wetterabhängig", weiß Mauz. Mut macht da die letztjährige Veranstaltung in Neidlingen: Bis auf einen verregneten Tag stach die gesamte Woche über die Sonne vom Himmel herab.