Lokales

Mit Hilfe der Geothermie die Heizkosten senken

"Für mich ist die Geothermie die Energiequelle der Zukunft", sagt der CDU-Landtagsabgeordnete Karl Zimmermann. Zur Förderung der oberflächennahen Geothermie wird im Rahmen des Förderprogramms "Klimaschutz Plus" auf Betreiben der CDU-Fraktion im Land ein dritter Förderbereich eingerichtet.

KIRCHHEIM Karl Zimmermann freut sich, dass seine Bemühungen auch vom Kabinett in der jüngsten Sitzung aufgenommen wurden und in ein Förderprogramm münden. Seit dieser Woche steht es fest: Gefördert werden Erdwärmesonden mit 14 Euro je laufendem Meter Bohrtiefe und hierbei maximal 250 Laufendmeter, was einer Fördersumme von 3 500 Euro entspricht. Dies genügt für die Energieversorgung von Ein- und Zweifamilienhäusern und Reihenhäusern. Im Doppelhaushalt 2005/2006 steht hierfür jährlich jeweils eine Million Euro zur Verfügung. "Damit können mindestens eintausend Bauherren oder Bauträger in den Genuss einer Förderung kommen", betont Karl Zimmermann.

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Die Bundesregierung, die die Windkraft und die Photovoltaik per Gesetz unverhältnismäßig hoch fördere, die Last jedoch dem Privatmann oder der Industrie aufbürde, verweigere bislang immer noch die Förderung von Erdwärme, beklagt Zimmermann. Er sieht die Förderung der Geothermie als den bedeutendsten Schritt in Richtung Umweltschutz der Zukunft. Da die Installation von Heizungen mit Erdwärmesonden bei Einfamilienhäusern zwischen 15 000 bis 20 000 Euro koste und damit deutlich über den herkömmlichen Gasheizungen liege, sei ein wirtschaftlicher Anreiz durchaus geboten.

Bei der "oberflächennahen Geothermie" werden Erdwärmesonden in vertikalen Bohrungen von wenigen Metern bis über 100 Meter Tiefe installiert. Über einen Kreislauf wird eine Wärmeträgerflüssigkeit durch den Boden und durch das Grundwasser geleitet, die dann die Wärme aufnimmt. In einem Wärmetauscher wird die Trägerflüssigkeit wieder abgekühlt und die Wärme abgegeben, die zu Heizzwecken verwendet wird.

Die Wärmepumpe erhöht die Temperatur der Erdwärme von rund zehn Grad Celsius in sehr effizienter Weise auf ein nutzbares Niveau von 35 bis 55 Grad Celsius, das heißt, mit einer Kilowattstunde Strom werden bis zu vier Kilowattstunden Wärme erzeugt. Damit ist diese Technik effizienter als die beste fossile Heiztechnik. "Erste Erfahrungen mit solchen Bohrungen liegen bereits vor", erklärt Karl Zimmermann: "Mit dem Kindergarten in Kirchheim-Lindorf, der mit geothermischer Energie beheizt wird, hat man hervorragende Erfahrungen gemacht." Im Vergleich zu herkömmlichen Heizungen ergebe sich allein hier eine Ersparnis von weit über 60 Prozent bei den Energiekosten im Vergleich zu anderen ähnlichen Einrichtungen.

Die Erkenntnisse der Ingenieurbüros aus den letzten zehn Jahren aus dem Raum Kirchheim gingen noch von einer Amortisationsdauer von zehn bis zwölf Jahren aus. "Die Realität bei all diesen Objekten zeigt aber, dass sich die Investition aber bereits nach rund fünf Jahren amortisiert", so der Ingenieur Andreas Kiefer aus Kirchheim. Er ist ebenso wie Zimmermann überzeugt, dass diese Energiegewinnung eine große Zukunft hat.

Der Abgeordnete Karl Zimmermann beabsichtigt, in den nächsten Wochen eine Fachtagung mit Präsentationen durchzuführen, bei der die umweltfreundliche Technologie der Geothermie diskutiert und vorgestellt wird. Das Ministerium für Umwelt und Verkehr will auch einen aktualisierten Leitfaden zur Nutzung der Erdwärme in den nächsten Wochen herausgeben. Darin werden die Voraussetzungen für die Genehmigungen aufgezeigt, und das Genehmigungsverfahren umfassend dargestellt. Wie Zimmermann zusichert, ist in der Regel nur eine Anzeige des Vorhabens bei der unteren Wasserbehörde, also dem Landratsamt notwendig, in den übrigen Fällen genügt meist ein einfaches Erlaubnisverfahren.

Weitere Infos erteilt das Büro des CDU-Abgeordneten Karl Zimmermann unter der Telefonnummer 0 70 21 / 48 39 04.

pm