Lokales

"Mit Jugendlichen für Jugendliche planen"

Die Ganztagsschule ist in aller Munde. Vielen gilt sie als Allheilmittel bei bildungs-, sozial- und wirtschaftspolitischen Defiziten. In der Praxis fehlt es dafür aber häufig am Geld. Während Bund, Länder und Kommunen darüber streiten, wer zahlen soll, handelt das Kirchheimer "KiZ". Und Teckboten-Leser können mit ihrer Spende dabei helfen.

ANDREAS VOLZ

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KIRCHHEIM Das "KiZ" (Kommunikationszentrum für interkulturelle Zusammenarbeit) gibt es seit über 14

O:STERN.TI_Jahren. Genauso lange pflegt die Kirchheimer Jugendeinrichtung im Bohnauhaus bereits Kontakte zur Raunerschule, die im Laufe der Jahre immer intensiver wurden. Diplomsozialarbeiterin Doris Kurka lobt denn auch die "gewachsenen Strukturen und das Vertrauensverhältnis zur Raunerschule".

Begonnen hat alles mit den "Tagen der Orientierung", einem dreitägigen Seminar, das die KiZ-Mitarbeiter regelmäßig für die Schülerinnen und Schüler der Raunerschule organisieren. Orientierung erhalten die Jugendlichen in diesem persönlichkeitsbildenden Seminar themenbezogen, wobei sie sich ihren Schwerpunkt selbst aussuchen. Besonders hoch im Kurs steht meistens das Thema "Liebe, Partnerschaft und Sexualität". Eine weitere Seminarreihe, die ebenfalls für Orientierung sorgen soll, befasst sich mit der Berufsvorbereitung. In diesem Fall beschränkt sich das KiZ-Engagement nicht nur auf die "Nachbarn" in der Raunerschule. Auch Achtklässler der Alleenschule kommen in den Genuss dieses Angebots, das ihnen Wege für die Zeit nach der Schule aufzeigt.

Die "interkulturelle Zusammenarbeit" bezieht sich zum einen auf das jugendliche Publikum im KiZ, das von Haus aus zu ganz verschiedenen Kulturen gehört. Zum anderen werden solche Unterschiede aber auch bewusst thematisiert: "Wir sprechen Dinge wie Kreuz und Kopftuch direkt an und wollen damit Aufklärungsarbeit leisten und den Jugendlichen interkulturelle Kompetenz vermitteln", sagt KiZ-Leiter Wolfgang Schinko.

Jedes Thema beschäftigt Mitarbeiter und Publikum im Jugendzentrum über einen gewissen Zeitraum bis hin zu fünf Wochen. Dann sollte es aber abgeschlossen sein, um etwas Neues zu beginnen und auch denjenigen wieder etwas zu bieten, die mit dem aktuellen Thema gerade einmal nichts oder nur wenig anfangen konnten. Bei der Auswahl der Themen wie auch des übrigen Programms legt Wolfgang Schinko großen Wert auf gemeinsame Planung: "Wir wollen nicht für die Jugendlichen planen, sondern mit den Jugendlichen." So sei das Konzept des KiZ aufgebaut, das auch für die Angebote der Ganztagsschule gelte, die zu Beginn des neuen Schulhalbjahrs Anfang Februar anlaufen sollen.

Zur Finanzierung einzelner Projekte, der Personal- und Materialkosten sowie der erfolgreichen Seminare, die ebenfalls Bestandteil der Ganztagskooperation mit der Raunerschule sind, ist das KiZ auf die Unterstützung der Teckbotenleserinnen und -leser angewiesen. Außerdem soll es auch für Jugendliche, die finanziell schlechter gestellt sind, möglich sein, an Ausfahrten oder ähnlichen Aktivitäten teilzunehmen, die mit Kosten verbunden sind. Die Angebote sind für die Schüler freiwillig, betont KiZ-Leiter Schinko. Die Teilnahme an einzelnen Aktionen solle aber nicht von der finanziellen Situation der Familie abhängen.

Zur freiwilligen Teilnahme am Projekt können auch die räumlichen Voraussetzungen verlocken. Einerseits ist das KiZ an der Raunerschule vor Ort, andererseits hat es eigene Räume im nahe gelegenen Bohnauhaus zu bieten, sodass auch Schüler anderer Schulen vom freizeitpädagogischen Programm profitieren können. Das Projekt ist in dieser Beziehung sehr flexibel ausgerichtet. "Wenn es angelaufen ist, analysieren wir, was besser ankommt. Durch einen anderen Raum bekommen wir vielleicht auch einen anderen Zugang zu den Schülern. Wichtig ist natürlich, dass wir keine Lehrer sind. Trotzdem sind wir ein Bindeglied zwischen Schülern und Schule."

Eine ganz neue Idee sieht vor, den Jugendlichen "Spielräume" zu geben einen lauten für die geräuschintensiveren Spiele und einen leisen für Brett- und Kartenspiele oder auch, um Hausaufgaben zu machen. Außerdem schwärmt Doris Kurka bereits vom "Ruheraum", in dem die Schüler eine Auszeit nehmen können. Filmnachmittage sind ebenfalls geplant, allerdings nicht mit den neuesten Kinohits. Es sollten eher Filme sein, die zu einer begleitenden Diskussion anregen also durchaus auch Dokumentationen.

Mit Freizeitangeboten gegen die Langeweile anzukämpfen, ist auf jeden Fall sinnvoll, sagt Wolfgang Schinko: "Die Gewaltbereitschaft unter den Jugendlichen nimmt ab. Das hat uns die Polizei schon bestätigt." Folglich können unsere Leser durch die Weihnachtsaktion auch auf gesellschaftspolitischem Feld Gutes tun, indem sie ihre Spende auf eines der folgenden Konten überweisen:

Kreissparkasse 48 333 344 (BLZ 611 500 20) Volksbank 30 4777 005 (BLZ 612 901 20) Deutsche Bank 0700 500 00 (BLZ 611 700 76) BW-Bank 8 642 202 (BLZ 600 501 01) Commerzbank 9 100 009 00 (BLZ 611 400 71)