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Mit Mozart Mathematiker werden

Auf der Basis von Spiel, Bewegung und Musik soll auch den Kleinsten schon die Freude an der Mathematik vermittelt werden. In der Kirchheimer "Language School" können Kinder ab drei Jahren bei "Mathjogs" mitmachen.

ALEXANDRA BOGER

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KIRCHHEIM Bisher beschränkten sich die Angebote der "Language School" auf das Erlernen und Vertiefen von Sprachen ab dem ersten Lebensjahr. Neu hinzugekommen ist das Programm "Mathjogs".

In kleinen Gruppen von vier bis acht Teilnehmern beschäftigen sich die Kleinkinder mit den Grundzügen der Geometrie, wobei geometrische Formen erkannt und zugeordnet werden sollen. Im spielerischen Umgang mit vielen Utensilien können sie Mathematik selbst erfahren und aus der eigenen Erkenntnis heraus von Grund auf begreifen.

Das Prinzip basiert, laut Jutta Kohler, Leiterin der "Language School", auf der ganzheitlichen Wahrnehmung über das Gehör, das Sehen, Tasten und Bewegen: "Mathe ist nicht nur Rechnen", so die gelernte Modedesignerin. Auch Lernprozesse im Gehirn werden berücksichtigt. In einer Lektion wiegen die Kinder Wasser und Sand ab und erproben dabei das Verhältnis von Material, Menge und Gewicht im Experiment. Im Versuch auftretende Fragwürdigkeiten sollen die Kinder selbst auf Lösungen bringen.

Ein elementarer Teil ist für die Leiterin auch der musikalische Anteil, womit sie sich auf Glenn Doman bezieht, der Zusammenhänge von Lernen und Musik beobachtet hat. Dabei soll eine bestimmte Mozart-Sonate besonders förderlich für das Erlernen von Mathematik sein. Auch die "Hausaufgabe", die Jutta Kohler für die Kinder als Abenteuer verpackt und die CD mit Aufgaben für zu Hause unterstützen das Programm. Für das ganzheitliche Lernen sieht die Leiterin die sogenannten "Brainjogs", Yoga-ähnliche Übungen, im Vordergrund. Sie sollen die Bereiche im Gehirn aktivieren, die sonst ungenutzt bleiben und beide Hirnhälften verbinden.

Auch Fächerübergreifendes bietet "Mathjogs" an: Einen geschichtlicher Exkurs im Erzählformat zu den alten griechischen Mathematikern wie Aristoteles oder Platon.

Zunächst gilt das Angebot für die ersten beiden Lernstufen, die im Herbst auf die Stufen drei und vier erweitert werden. Dabei ist kein direkter Bezug zum schulischen Unterricht gedacht, Verknüpfungen sind jedoch geplant. Spätere Kurse sind eher in Form des "Nachhilfeunterrichts" angedacht und sollen unter dem Namen "Mathriders" interaktiv über das Internet funktionieren. Für Jutta Kohler, die in den USA studierte, sind einige Fehler im hiesigen Schulsystem klar: "Das System muss sich vom Kindergarten bis zur Uni öffnen. Die Schulen sollten eine Marktanalyse machen und sich gute Konzepte einkaufen und vor allem das Kind füttern, wenn es hungrig ist."

Zu den herkömmlichen Kursen bietet die "Language School" auch ein Sommer-Camp an, wo nach der "Helen-Doron-Methode" gearbeitet wird, die das Prinzip im Sprachlichen abdeckt. Doch kann auch dort auf mathematische Schwächen eingegangen werden.