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Mit neuem Elan und großer Zuversicht ins Jubiläumsjahr

Eine deutlich verbesserte Auftragslage und ein umfangreiches Sparpaket, das bereits erste Früchte trägt, lassen die Lenninger Papierfabrik Scheufelen optimistisch in die Zukunft blicken. Das schwäbische Traditionsunternehmen feiert im kommenden September sein 150-jähriges Bestehen.

FRANK HOFFMANN

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LENNINGEN Die Konjunkturkrise und der massive Einbruch des Werbemarkts haben dem Lenninger Renommierbetrieb in den vergangenen vier Jahren schwer zugesetzt. Als Hersteller hochwertiger Druckpapiere bekam Scheufelen die Sparzwänge der Firmen besonders stark zu spüren und musste ebenfalls massiv auf die Ausgabenbremse treten: "Infolge des Auftragseinbruchs und des verschärften Wettbewerbs sahen wir uns wie andere Papierhersteller auch gezwungen, Personal abzubauen", sagte Dr. Ulrich Scheufelen gestern bei einem Pressegespräch des Unternehmens. Im April 2003 wurde ein Sozialplan verabschiedet, der eine Reduzierung der Belegschaft von 980 auf 830 Mitarbeiter vorsieht. Vor wenigen Wochen mussten die Lenninger das Sparpaket erweitern: Bis Ende 2005 soll die Personaldecke nochmals um 100 Personen auf 730 Beschäftigte ausgedünnt werden.

Gleichzeitig nahm das Management die gesamten Produktionsabläufe und vor allem das umfangreiche Sortiment kritisch unter die Lupe. Das Ergebnis der Untersuchung stellte Kim Jokipii, der seit Dezember vergangenen Jahres Vorsitzender der Geschäftsführung bei Scheufelen ist, gestern der Presse vor. "Von den fünf Premiumsorten haben wir zwei aus dem Programm genommen", berichtete der Finne. Auch andere Randsorten wurden eliminiert. Mit dieser Sortimentsbereinigung verbunden, so Jokipii, sei eine stärkere Fokussierung auf die Papiere "PhoeniXmo-tion", "Consort Royal" und "Job Parilux". Die Folgen der Konzentration auf starke Marken sind weniger Produktionsumstellungen und damit geringere Kosten, eine vereinfachte Lagerhaltung und dadurch kürzere Lieferzeiten.

Gespart wird aber auch beim Vertrieb: Durch Umstrukturierungen und teilweise Umwandlung der vier Verkaufstöchter in England, USA, Frankreich und Italien in eigenständige Agenturen soll die Zahl der direkt bei Scheufelen beschäftigten Mitarbeiter in den Auslandsniederlassungen um 40 reduziert werden.

Dr. Ulrich Scheufelen ist überaus zuversichtlich, dass der Familienbetrieb mit "diesem auf Grund des Personalabbaus sehr schmerzhaften Restrukturierungsprogramm" wieder in ruhigere Fahrwasser gelenkt werden kann, zumal die anziehende Auftragslage die Hoffnung auf eine konjunkturelle Erholung stärkt. Zwar bleibt der Umsatz bei den Premium-Sorten nach wie vor hinter den Erwartungen zurück, "aber bei den Bilderdruckpapieren verzeichnet die Branche in diesem Jahr eine Absatzsteigerung um neun Prozent", sagt der geschäftsführende Gesellschafter. Auch in Deutschland ziehe die Nachfrage wieder ordentlich an und liege, was die Zuwachsraten betrifft, nach langer Zeit wieder einmal über dem westeuropäischen Schnitt.

Dementsprechend zufrieden sind Kim Jokipii und Ulrich Scheufelen mit dem bisherigen Verlauf des Geschäftsjahrs 2004. "Absatz und Produktion werden voraussichtlich um neun Prozent von 250 000 auf 272 000 Tonnen steigen", berichten sie und rechnen mit einer Verbesserung des Umsatzes von 224 auf 230 Millionen Euro. Unter dem Jahresergebnis, so hoffen die Manager, wird zumindest eine "schwarze Null" stehen.

Mit neuem Elan soll's dann ins Jubiläumsjahr 2005 gehen, in dem unter anderem die Einrichtung eines neuen Logistikzentrums auf der Agenda steht. Gefeiert wird der 150. Geburtstag im September mit einem Fachseminar und einem großen Jubiläumsfest für die Mitarbeiter und Pensionäre des Unternehmens.