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Mit Optimismus in die nächste Amtszeit

Rolf Kammerlander bleibt Bürgermeister in Neidlingen. Bei einer Wahlbeteiligung von 54 Prozent wurde der 43-Jährige mit 66 Prozent der gültigen Stimmen im Amt bestätigt ein Ergebnis, das für Kammerlander "in Ordnung geht", wie er gestern Abend mitteilte.

BIANCA LÜTZ

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NEIDLINGEN "Ich hätte mir zwar ein besseres Ergebnis gewünscht, insgesamt bin ich aber mit der Wahlbeteiligung und dem Wahlergebnis zufrieden", kommentierte Neidlingens Rathauschef Rolf Kammerlander gestern Abend das Ergebnis der Bürgermeisterwahl und verwies darauf, dass in den vergangenen acht Jahren zahlreiche schwere und nicht ganz unumstrittene Entscheidungen getroffen werden mussten.

Rund 54 Prozent betrug die Wahlbeteiligung in der Reußensteingemeinde. Von den insgesamt 1424 Wahlberechtigten votierten 490 für den Amtsinhaber. Rolf Kammerlander konnte somit 66 Prozent der insgesamt 745 gültigen Stimmen auf sich vereinen. Werner Tereba, einziger offizieller Mitbewerber, erhielt gut sieben Prozent der Stimmen. Immerhin 27 Prozent der Wähler nutzten ihr Recht, für einen nicht auf dem Wahlzettel aufgeführten Wunschkandidaten zu stimmen. "Es gab darunter sehr viele Einzelstimmen", informierte Gemeindeinspektor Ralf Zimmermann. Ein "Wunschkandidat" habe sogar das zweitbeste Ergebnis nach Rolf Kammerlander erzielt.

Diese außergewöhnliche Entwicklung führt Rolf Kammerlander unter anderem auf einen anonymen Brief zurück, der von Freitag auf Samstagnacht in zahlreichen Neidlinger Briefkästen gelandet sei. Der Schreiber hat Kammerlander zufolge dazu aufgerufen, nicht den Amtsinhaber, sondern andere Personen zu wählen. "Das fand ich nicht in Ordnung", sagte der Bürgermeister. Er hätte sich gewünscht, dass Kritik öffentlich bei der Bewerbervorstellung geäußert wird, nicht in einer kurzfristigen anonymen Aktion. "Ich konnte darauf nicht reagieren", bedauerte der 43-Jährige.

Trotz allem blickt Rolf Kammerlander optimistisch in die Zukunft: "Ich sehe in dem Ergebnis eine solide Basis für die nächsten acht Jahre." Dennoch sei klar, dass auch die kommende Amtszeit nicht einfach werde. "Wir haben schwierige Aufgaben vor uns", sagte er. Für die Gemeinde steht die Erweiterung und Umgestaltung des Friedhofs ebenso an wie der Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder und ältere Menschen. "Ganz am Anfang stehen natürlich die Finanzen", so Kammerlander. All diese Aufgaben wolle er zusammen mit dem Gemeinderat genauso engagiert anpacken wie die Aufgaben in der Vergangenheit: Dabei nannte er etwa die Wasserversorgung und die Ortskernsanierung, die Modernisierung des Rathauses und den Umbau der Alten Schule.

Rolf Kammerlander hatte vor acht Jahren die Nachfolge Ulrich Riekers als Bürgermeister der Reußensteingemeinde angetreten. Bei einer Wahlbeteiligung von knapp 77 Prozent hatte sich Kammerlander damals mit einem Ergebnis von 51,7 Prozent gegen seinen Mitbewerber Jürgen Hirth durchgesetzt.