Lokales

Mit Pauken und Trompeten

KIRCHHEIM Wieder einmal wartete das Ensemble "Concerto Imperiale" mit einem außergewöhnlichen barocken Musikereignis auf. Ihren kammermusikalischen Ausflug ins

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FLORIAN STEGMAIER

französische Barock im Rahmen der Tasta-Tour noch in den Ohren, erhielt nun das Kirchheimer Musikpublikum mit Werken von Heinrich Ignaz Franz Biber und Georg Muffat Einblicke in die musikalische Blütezeit Salzburgs.

Im allgemeinen Bewusstsein oft ausschließlich mit dem Namen Mozart verbunden, kann die Salzach-Metropole sehr wohl auf eine reiche, bis ins Mittelalter zurückreichende musikalische Tradition blicken, die sich gerade in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zu einer später nie wieder erreichten Höhe aufschwang.

Zu Biber und Muffat, bei beiden wird dieses Jahr der 300. Todestag begangen, gesellten sich noch Werke von Pavel Josef Vejvanovsky, einst Hoftrompeter im böhmischen Olmütz, dessen Serenada in C für zwei Trompeten, Streicher und basso continuo das Konzert eröffnete.

Im Zentrum des Programms standen Kompositionen, die sowohl im weltlich-höfischen, als auch im geistlich-kirchlichen Rahmen gespielt werden können. Dem gemäß bezogen die Musiker die lokalen historischen Potenziale mit ein und brachten die erste Konzerthälfte im Kirchheimer Schloss, die zweite in der Martinskirche zur Aufführung, wo Sonaten von Biber, etwa aus der Sammlung "Sonatae tam aris quam aulis servientes" aus dem Jahr 1676 einen Schwerpunkt bildeten.

Das renommierte, sich durch seine Vielseitigkeit auszeichnende Barock-Ensemble "Concerto Imperiale", das im Kern aus Bernhard Moosbauer (Barockvioline), Michael Brüssing (Violoncello) und Andreas Scheuffler (Cembalo) besteht, hatte anlässlich dieses Kirchheimer Projekts mit Peter Hasel und Klaus Pfeiffer (Naturtrompeten) sowie Elzbieta Sajka und Rainer Ullreich (Barockviola) sich einige hochkarätige musikalische Gäste eingeladen.

Gerade den Trompetern, die ebenfalls im Sinne der historischen Aufführungspraxis auf Originalinstrumenten, das heißt in ihrem Fall ohne Ventile spielten, muss angesichts ihrer konstant souveränen Leistung Respekt gezollt werden, erweisen sich doch leider bei manch anderen Barockensembles gerade die Blechbläser als heikler Punkt.

Müßig zu erwähnen, dass die übrigen Künstler dieser Leistung nicht im geringsten nachstanden. Ihr erklärter und definitiv eingelöster Anspruch nach klanglicher und interpretatorischer Authentizität im Verbund mit technischer Finesse und musikalischer Reife machte das Konzert zu einem herausragenden Ereignis, das sich nicht allein durch seinen programmatischen Szenenwechsel in der Konzertpause, sondern vor allem durch Substanz, Inhalt und Qualität von manch schnell aufgeblasenem "Event" erfreulich abheben konnte.