Lokales

Mit Programmkino geht es gegen die Konkurrenz der DVD

Im Rahmen des ZiSch-Projekts äußerte die Klasse 9a der Freihof-Realschule den Wunsch, den Kirchheimer Kinobesitzer Eberhard Frech zu interviewen. Die Idee der Schüler war, vielleicht anregen zu können, dass er sein Programm mehr auf Jugendliche ausrichtet. Die Klasse hatte sich mit einer Umfrage unter Jugendlichen in der Schule und in der Fußgängerzone gründlich vorbereitet.

KIRCHHEIM Ein kleiner, steiler Treppenaufgang führt die 32 Schüler der 9a in den gemütlichen Vor- raum

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(O:21070320.JP_ des "Tyroler". Zu Beginn informiert Betreiber Eberhard Frech über die Geschichte seines Familienbetriebs. Erstaunt hören die Jugendlichen, dasss früher das Kino zu den Leuten kam: Frechs Vater war Besitzer eines Wanderkinos, mit dem er durch die Dörfer und Städte zog, um Filme vorzuführen. Die ersten festen Kinos seines Vaters standen seit 1955 in Kirchheim. Spätestens als Eberhard Frech sagt, dass er mit dem Kino aufgewachsen ist, merken die Zuhörer ihm an, wie sehr er damit verbunden ist.

Danach bringt die Klasse ihr Anliegen vor: Sie konfrontiert den Kinobetreiber mit dem Umfrageergebnis, dass die Jugendlichen wegen der hohen Kosten nicht ins Kino gingen. Zu diesem Ergebnis sagt Eberhard Frech, dass er die Filme von den Betreibern nur dann bekommt, wenn er eine Mindestgebühr und 50 Prozent des Umsatzes abgibt. Deshalb kann er die Eintrittspreise auch nicht niedriger machen. Ein spezielles Filmangebot für Jugendliche würde sich nicht lohnen. Er bekomme die neuesten Filme nämlich nicht gleich ausgeliehen, da seine Kinos die von den Filmverleihfirmen geforderte Mindestzahl an Sitzplätzen nicht haben. Und bei zeitlicher Verzögerung haben die meisten Jugendlichen die Filme schon über andere Medien gesehen.

Besonders die Konkurrenz der DVD bekommt er stark zu spüren. Deshalb sieht er seine Zukunft nur im Programmkino, das auf die Altersgruppe der über 25-Jährigen ausgerichtet ist. Mit seinem Programmkino hat Eberhard Frech bereits einen Preis der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg gewonnen.

Die Jugendlichen haben zu hohe Ansprüche an die Ausstattung von Kinos, was für Eberhard Frech nicht finanzierbar ist. Im Rahmen seiner Möglichkeiten versucht er Schritt für Schritt zu modernisieren. Zum Beispiel hat er ein neues Dolby-Surround-System installieren lassen und ist gerade dabei, eine Dachterrasse im "Tyroler"-Kino auszubauen. Dort können sich dann die Gäste in der Pause erfrischen. Man kann sogar den Film außerhalb des Vorführraums weiterverfolgen, wenn man beispielsweise seine Zigarette zu Ende rauchen oder sich weiter unterhalten möchte. Auch die Leinwand möchte Eberhard Frech noch vergrößern.

Am Ende des Interviews hat die Klasse den Eindruck gewonnen, dass er sein Bestmögliches tut, um mit der Situation des Kinos in der heutigen Zeit fertigzuwerden. Eberhard Frech ist bereit, auf die Wünsche des Publikums einzugehen, sofern er die Gewähr hat, dass genügend Zuschauer kommen. Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, dass sich Jugendliche einen Film im Kino "bestellen" bei garantierter Mindestabnahme von Eintrittskarten.

Seher, Christiane, Christian,

Melanie, Peter, Tamara, Ayse

Klasse 9a, Freihof-Realschule