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Mit Punktlandung abgeschlossen

Trotz Mehrkosten in Höhe von 500 000 Euro kann die Gemeinde Schlierbach den Sporthallenneubau mit einer Punktlandung abschließen. Denn über die Umsatzsteuer fließt vom Finanzamt in etwa dieser Betrag wieder in die Gemeindekasse zurück. Die im Gemeinderat jetzt vorgelegte Baukostenabrechnung sorgte dennoch für Gesprächsstoff

BORIS-MARC MÜNCH

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SCHLIERBACH Die neue Sporthalle in Schlierbach beschäftigt immer noch die Gemüter: Erst waren es technische Mängel und in der jüngsten Sitzung nun die Baukosten, die um rund 500 000 Euro über dem Planansatz liegen. Die Gesamtkosten für das Generationenprojekt belaufen sich nach der Schlussabrechung auf 4,5 Millionen Euro. Die Finanzierungslücke kann allerdings erfreulicherweise wieder geschlossen werden, weil die Gemeinde die in den Baurechnungen enthaltene Umsatzsteuer wieder vom Finanzamt zurückbekommt. Die Sporthalle Bergreute wird nämlich als Betrieb gewerblicher Art geführt.

Bereits im vergangenen Jahr konnte die Gemeinde Steuerrückzahlungen in Höhen von rund 224 000 Euro in Empfang nehmen. Mit weiteren 300 000 Euro könne im laufenden Jahr gerechnet werden, so die Verwaltung. So ist der Sporthallenbau doch noch eine Punktlandung geworden.

Die Abweichung von den ursprünglich geplanten Kosten sorgte dennoch für Gesprächsstoff im Gemeinderat. Architekt Arnold, der als erster das Wort ergriff, erklärte dies mit dem Bau der Sporthallenzufahrt, die teilweise in die Berechungen mit eingeflossen sei. Die Zufahrt diene nicht nur der Sporthalle, sondern auch den Sportanlagen im Freien, betonte Paul Schmid. Zuvor hatten Marco Emmert (CDU) und Kurt Moll (CDU) Kritik an der Kostenplanung geübt. Beim Wettbewerb habe man von den reinen Baukosten gesprochen, die bei vier Millionen lagen, so Moll. Künftig müssten Kosten für Voruntersuchungen, Erschließung von vornherein dabei sein, meinte er. "Es muss eine klare Gesamtsumme sein", verlangte Emmert künftig "ein intensives Controlling bis zum Schluss." Moll betonte jedoch, dass seine Kritik nicht gegen den Architekten gerichtet sei, er wolle einfach nur eine andere Kostendarstellung. Auch Emmert bedankte sich beim Architekten und Kämmerer Achim Kasper für die akribische Arbeit.

Schmid erinnerte daran, dass die Zufahrtsstraße im Nachhinein in die Berechungen für die Sporthalle hinein genommen worden sei, weil sich der Baukörper nach Süden verschob. Im Grunde genommen könne man die Erschließung auch woanders buchen, sagte der Schultes. Bei öffentlichen Ausschreibungen lande man nie dort, wo man es will, meinte Karl Weiler (CDU). Außerdem könne man die Mehrkosten ja durch die Steuererstattungen ausgleichen. Lob an den Architekten verteilte auch August Leins (FUW): "Die Halle steht sehr gut und der Durchblick von oben ist gewährleistet."

Jörn Feldsieper (FUW) beschäftigte noch ein anderes Thema: Er ist mit der Anzahl der Sportgeräte nicht zufrieden. Feldsieper bezeichnete die Ausstattung als "genügend bis spartanisch." Der Entschluss, die Gelder hierfür von 24 500 auf 16 000 Euro zu kürzen, sei nicht der glücklichste gewesen. "Nach der Abrechung sollte man überlegen, ob noch das eine oder andere Gerät finanzierbar ist," sagte Feldsieper. "Ich wüsste momentan kein konkretes Gerät das fehlt," meinte Schmid, der wesentliche Bedarf sei mit der Schule abgestimmt worden. Mit der Finanzierung von zusätzlichen Geräten habe er aber kein Problem, wenn der Gemeinderat es so entscheide.